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Vereinbarung zwischen Israel und Hamas: Unbefristete Waffenruhe im Gazastreifen hält

Die nach sieben Wochen Gewalt mit mehr als 2200 Toten vereinbarte Waffenruhe für den Gazastreifen wird zunächst eingehalten. Seit Dienstagabend soll es keinen Raketenbeschuss gegeben haben.

Die nach sieben Wochen Gewalt mit mehr als 2200 Toten vereinbarte Waffenruhe für den Gazastreifen wird zunächst eingehalten. "Es gab seit Dienstagabend keinen einzigen Raketenbeschuss auf Israel und keinen einzigen Luftangriff auf den Gazastreifen", sagte ein israelischer Militärsprecher am Morgen in Jerusalem. Israelis und Palästinenser hatten am Dienstag unter ägyptischer Vermittlung vereinbart, die Waffen unbefristet ruhen zu lassen. Das Abkommen sieht unter anderem eine teilweise Aufhebung der Blockade des Küstengebiets vor.

Aus Ägypten hieß es, die Grenzübergänge von Israel zum Gazastreifen sollten umgehend geöffnet werden, um humanitäre Hilfe durchzulassen. UN-Generalsekretär Ban Ki Koon äußerte die Hoffnung, dass damit der Weg zu einer politischen Lösung des Konflikts geöffnet werde. Allerdings gibt es weiterhin hohe Hürden. Dazu zählen die israelische Forderung nach einer Demilitarisierung des Gazastreifens sowie die palästinensische Forderung nach einem Hafen für das Küstengebiet.

In Gaza hatten nach der Verkündung der Waffenruhe durch den palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas am Dienstag tausende Menschen auf den Straßen gefeiert. Freudenschüsse wurden abgegeben, von den Minaretten der Moscheen schallten Lobgesänge.

Fast 500 Kinder starben im Gaza-Krieg

Die blutige Konfrontation hatte am 8. Juli mit einer israelischen Militäroffensive begonnen, die den anhaltenden Raketenbeschuss aus dem Palästinensergebiet beenden sollte. Insgesamt 2143 Palästinenser wurden seither getötet, darunter nach Angaben der Vereinten Nationen fast 500 Kinder. Auf israelischer Seite wurden in den vergangenen Wochen 64 Soldaten, fünf israelische Zivilisten und ein thailändischer Landarbeiter getötet.

Der Iran sprach von einem "Sieg" der Palästinenser, durch den Israel "in die Knie" gezwungen worden sei. "Das heroische palästinensische Volk hat eine neue Epoche geschaffen mit dem Sieg des Widerstands, der das zionistische Regime in die Knie gezwungen hat", erklärte das Außenministerium in Teheran. Dieser Sieg bereite den Weg für die Befreiung von Jerusalem und den anderen besetzten Gebieten. Das Ministerium beglückwünschte zudem mit Blick auf die Hamas und den Islamischen Dschihad die "Anführer des Widerstands".

Der Iran erkennt Israel nicht an und unterstützt die beiden radikalislamischen Gruppen im Gazastreifen mit Geld und mit Waffen. Am Montag erklärte Teheran, es werde die Bewaffnung der Palästinenser "beschleunigen", nachdem die Revolutionsgarden nach eigenen Angaben eine israelische Aufklärungsdrohne nahe einer Atomanlage im Iran abgeschossen hatten.

AFP / AFP
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