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Coronavirus in den USA : Senioren der US-Wirtschaft opfern? Texanischer Vize-Gouverneur sorgt mit Äußerungen für Aufregung

Die Maßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie treffen die US-Wirtschaft hart. Der texanische Vize-Gouverneur will dies nicht weiter hinnehmen. Wenn es nach ihm ginge, sollten Senioren ihren Tod für den Schutz der Wirtschaft in Kauf nehmen.

Dan Patrick: Der Vizegouverneur von Texas würde sein Leben für die US-Wirtschaft aufs Spiel setzen

Dan Patrick: Der Vizegouverneur von Texas würde sein Leben für die US-Wirtschaft aufs Spiel setzen

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Anders als andere Staatenlenker weltweit will US-Präsident Donald Trump die Restriktionen wegen der Coronavirus-Pandemie offenbar rasch wieder lockern. Er wolle, dass das Geschäftsleben wieder weitergehe, "denn unser Land ist dafür bestimmt, offen zu sein", so Trump. Eine Stilllegung der weltweit führenden Wirtschaftsmacht sei nicht machbar.

Auch der Vize-Gouverneur des US-Bundesstaats Texas, Dan Patrick, will die Einschränkungen nicht weiter hinnehmen. In einem Interview mit Fox News sagte der Republikaner, dass die Wirtschaft nicht der Coronakrise geopfert werden dürfe. Stattdessen müsse es ein Umdenken geben: Patrick deutete an, dass Senioren zum Wohle des Landes "ihr Leben riskieren" sollten. 

Er jedenfalls sei bereit, das zu tun, um die amerikanische Wirtschaft zu retten – und es würde viele Senioren geben, die so denken würden wie er. "Niemand hat mich kontaktiert und gefragt: 'Sind Sie als Senior bereit, ihr Leben zu riskieren im Austausch dafür, Amerika so zu behalten, wie es alle lieben, für Ihre Kinder und Enkelkinder?'" Aber, so Patrick: "Wenn das der Deal ist, dann bin ich auf jeden Fall dabei. Ich denke, es gibt da draußen viele Großeltern wie mich, ich habe sechs Enkel. Ich will nicht, dass das ganze Land geopfert wird."

Lieber Tod als Zusammenbruch der Wirtschaft

Der Moderator hakte ungläubig nach. "Sie sagen, dass dieses Virus Ihnen das Leben nehmen könnte und es für Sie noch etwas Schlimmeres gibt als den Tod?" Patrick antwortet mit einem knappen: ja. 

"Wir werden in unserer Gesellschaft einen totalen Zusammenbruch, eine Rezession, eine Depression erleben, wenn dies noch einige Monate andauert", so der Politiker, der selbst nächste Woche 70 Jahre alt wird. "Wie der Präsident sagte, ist die Sterblichkeitsrate niedrig. Müssen wir deswegen das ganze Land runterfahren? Ich denke, wir können wieder arbeiten", sagte Patrick.

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"Wir, die 70 Jahre oder älter sind, wir können schon auf uns selbst aufpassen", führte er weiter aus. Jeder, mit dem er momentan spreche, sage ihm, dass man diese Krise aufhalten müsse. "Meine Botschaft ist: Lasst uns wieder zur Arbeit gehen, lasst uns wieder leben."

Das wirtschaftliche Leben ist in den USA erheblich beeinträchtigt. So haben etwa die Autokonzerne General Motors, Fiat Chrysler und Ford ihre Fabriken in Nordamerika stillgelegt. Trump sagte am Montag, die Entscheidung über die Beschränkungen in den einzelnen US-Bundesstaaten liege bei den dortigen Gouverneuren.

ivi

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