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Welche Partei passt zu mir?: Der Wahl-O-Mat zur Europawahl ist wieder online - diese Helfer gibt es noch

Der Entscheidungshelfer Wahl-O-Mat musste vor der Europawahl 2019 kurzfristig offline genommen werden, ist nun aber wieder verfügbar - es gibt aber auch Alternativen. 

Wahl-O-Mat Europawahl 2019

Der Wahl-O-Mat zur Europawahl 2019 ist per App oder unter diesem Link verfügbar

Am Sonntag, 26. Mai, öffnen in Deutschland die Wahllokale, um das neue Europäische Parlament zu wählen. Es liegen wichtige Themen auf dem Tisch: verbindliche Klimaziele, Flüchtlingsquoten, CO2-Steuer, Entwicklungshilfe, EU-Armee – um nur einige zu nennen. Allein in Deutschland sind laut der Landeszentrale für politische Bildung in Baden-Württemberg knapp 65 Millionen Bürger wahlberechtigt - davon rund 61 Millionen Deutsche und vier Millionen aus der restlichen EU. Innerhalb von drei Tagen geben ab dem 23. Mai 2019 alle EU-Mitgliedsstaaten ihre Stimmen ab.

Dass sich das Interesse an der EU-Wahl traditionell in Grenzen hält, liegt wohl daran, dass die Entscheidungen des Parlaments nur verzögert in unseren Alltag Einzug halten. Auch sind die Themen so umfassend, dass wir ihnen die heimischen Parteien nur schwer zuordnen können – schwerer zumindest als bei der Bundestagswahl vor zwei Jahren, als es um sozialen Wohnungsbau, Bundeswehreinsätze im Inland, die Besteuerung von Diesel-Kraftstoff oder um Tempolimits auf deutschen Autobahnen ging. 

Einer, der sich nützlich machen könnte, ist der Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung. Verkürzt auf knackige Thesen fasst er die Wahlprogramme der Parteien zusammen und vergleicht sie mit den eigenen Positionen. Eigentlich - denn der Wahl-O-Mat musste kurzfristig vom Netz genommen werden. 

Warum war der Wahl-O-Mat offline? 

Das Verwaltungsgericht Köln gab vor wenigen Tagen einem Antrag der Partei Volt Deutschland statt und untersagte der Bundeszentrale für politische Bildung, ihr Internetangebot Wahl-O-Mat in der derzeitigen Form weiter zu betreiben. Die Hintergründe des Antrags sind hier zu finden. Mittlerweile ist der Streit beigelegt: "Wir haben uns geeinigt", teilte die Bundeszentrale am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP mit. In dem Vergleich habe die Bundeszentrale "zugesichert, bei zukünftigen Wahlen den Wahl-O-Mat in einer neuen Form anzubieten".    

Die Auswertungsseite der Anwendung werde "dann ohne eine Beschränkung der Auswahl auf maximal acht Parteien auskommen", hieß es weiter. Die Nutzer könnten "dann selbst entscheiden, mit welchen und mit wie vielen Parteien sie ihre Voten vergleichen wollen". "Die Möglichkeit, alle Parteien gleichzeitig über eine einzige Schaltfläche auszuwählen, wird als neue Funktionalität gut sichtbar sein", erklärte die Bundeszentrale.    

Den Wahl-O-Mat zur Wahl des Europäischen Parlaments können Sie - wenn wieder verfügbar - als App für Android oder iOS herunterladen oder ihn direkt im Browser unter diesem Link aufrufen. 

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Wie funktioniert der Wahl-O-Mat?

Die grundlegende Funktionsweise des Wahl-O-Mat hat sich in den vergangenen Jahren kaum verändert und dürfte mittlerweile gelernt sein. Dem Nutzer werden verschiedene Positionen zu aktuellen Themen präsentiert, die mit "Stimme zu", "Stimme nicht zu" oder "Neutral" beantwortet werden. Im Falle der Europawahl sind es 38 Thesen, zum Beispiel zu den Thesen "Europäische Armee", "Nationale Währungen", "Europol". Auch ein Überspringen einzelner Thesen ist möglich. Themen, die dem Nutzer besonders wichtig erscheinen, können markiert werden. Diese werden doppelt bewertet. Im letzten Schritt entscheiden Sie sich für maximal acht Parteien, die bei der Auswertung berücksichtigt werden sollen.

Anhand der ausgewählten Antworten und der gewählten Schwerpunkte ermittelt der Wahl-O-Mat schließlich, welche Partei am besten zu Ihnen passt. Bei Entscheidungsschwierigkeiten können im Nachhinein die jeweiligen Stellungnahmen der Parteien zu den einzelnen Thesen helfen. 

Welche Schwachstellen hat der Wahl-O-Mat?

Die Einfachheit der App ist auch ihre Schwäche: Um den Wahl-O-Mat so simpel und nutzerfreundlich wie möglich zu gestalten, sind seine Thesen extrem verknappt. Der angehende Wähler hat zwar im Nachhinein die Möglichkeit, sich genauer zu den verschiedenen Schwerpunkten zu informieren, fraglich ist jedoch, ob er das wirklich tut. Wer sich in der Bahn auf dem Weg zur Arbeit durch die Thesen klickt und für weitere Recherche keine Zeit erübrigen kann, sollte sie sich ein anderes Mal nehmen. Ansonsten laufen die Wahlentscheidungen Gefahr, allzu oberflächlich zu werden.  

Alternative Helfer zur Europawahl 2019

Dass besonders junge Wähler in der Wahlkabine oft ins Schwitzen geraten, haben sich auch andere Entwickler zu Nutze gemacht. So gibt es neben dem "Wahl-O-Mat" noch zwei weitere Dienste, bei denen die eigenen Antworten mit den Positionen der verschiedenen Parteien abgeglichen werden.

WahlSwiper

Im Stil der berühmten Dating-App "Tinder" entwickelte die Berliner Agentur "movact" eine Anwendung, bei der Nutzer ihre Meinung zu verschiedenen Thesen per Wischbewegungen kundtun. Der Unterschied zum BPB-Original: Der Nutzer des "WahlSwipers" muss ohne die Antwortmöglichkeit "Neutral" auskommen, kann mit einem Klick auf die Pfeile jedoch einzelne Fragen überspringen. "Wir stehen auf klare Kante", heißt es dazu vom Hersteller. Ähnlich wie beim Wahl-O-Mat lassen sich auch beim WahlSwiper Antworten doppelt gewichten.

Mehr zu der "Wahl-O-Mat"-Alternative im Tinder-Kleid finden Sie hier.

"Finde dein Match"

Einen anderen, umfassenderen Ansatz verfolgt die Webseite "yourvotematters.eu", die von fünf verschiedenen europäischen Organisationen mit Sitz in Italien, Belgien, Griechenland und Polen entwickelt wurde. Aus realen Abstimmungen der aktuellen Legislaturperiode haben die Entwickler 25 Fragen für das Tool "Finde dein Match" gegliedert, die der Nutzer mit "Dafür", "Neutral" oder "Dagegen" beantworten kann. Darunter findet sich zu jeder Frage eine Skala von null bis zehn, mit der man seinen Antworten eine Gewichtung zuweisen kann. Wer unsicher ist, scrollt noch ein wenig runter, dort sind zu jeder Frage Pro- und Kontra-Argumente aufgelistet. Zusätzlich lässt sich ein Fenster mit detaillierteren Infos öffnen. 

Die anschließende Auswertung zeigt, welche Partei in den meisten Fällen wie man selbst abgestimmt hat. Tatsächliche Entscheidungen also, statt unverbindliche Wahlversprechen. "Finde dein Match" wurde mithilfe des Rechte, Gleichstellung und Staatsbürgerschaft Programms der Europäischen Union finanziert, ist also nicht von privaten Interessen geleitet. Die Bereitstellung der Website für verschiedene EU-Länder macht sie teils unübersichtlich, beeinflusst aber nicht die Entscheidungsfindung.

Euromat

Die überparteiliche Bürgerinitiative "Pulse of Europe" und der Grassroots-Thinktank "Polis180" haben einen Wahlhelfer entwickelt, der Wählern die Positionen der europäischen Parteien näher bringen soll: Den Euromat. Das Angebot finden Sie hier

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sve/rös, mit Agenturen