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Naher Osten: Warum die USA den Flugzeugträger USS Abraham Lincoln Richtung Iran entsenden

Nächste Eskalationsstufe im Konflikt zwischen den USA und dem Iran: Der US-Flugzeugträger Abraham Lincoln und eine Bomberstaffel sind auf dem Weg in die Region. Angeblich sollte ein Anschlag auf US-Truppen geplant gewesen sein.

USS Abraham Lincoln

Die USS Abraham Lincoln war zuletzt im Mittelmeer unterwegs

AFP

Wegen eines angeblichen Angriffs auf US-Soldaten durch Iraner oder iranische Stellvertreter haben die Vereinigten Staaten den Flugzeugträger USS Abraham Lincoln und eine Bomberstaffel vom Mittelmeer in den Nahen Osten beordert. Das berichtet die Nachrichtenagentur AP unter Berufung auf einen anonymen Mitarbeiter des Pentagon. Der nationale Sicherheitsberater der USA, John Bolton, sprach in einer Mittelung offiziell nur nebulös von "einer Reihe beunruhigender und eskalierender Anzeichen und Warnhinweise" Teherans. Die USA wollten mit ihrer Reaktion eine "klare und unmissverständliche Botschaft" an die iranische Regierung senden.

USA wollen keinen Krieg, aber...

Teheran solle durch die Verlegung deutlich gemacht werden, dass "jeder Angriff auf die Interessen der Vereinigten Staaten oder auf die unserer Verbündeten mit unerbittlicher Kraft beantwortet wird", erklärte Bolton. Die USA strebten zwar keinen Krieg mit dem Iran an. "Aber wir sind voll darauf vorbereitet, auf jeden Angriff, ob von Stellvertretern, den islamischen Revolutionsgarden oder regulären iranischen Truppen, zu antworten."

Streit um Atomprogramm: Spannungen mit dem Iran – USA verlegen Flugzeugträger und Bomber in den Nahen Osten

Welche Soldaten, militärische Einrichtungen von den mutmaßlichen Angriffsplänen betroffen sein könnten, ist unklar. Genauso wie der mögliche Ort. Das US-Verteidigungsministerium organisiert seine Aktivitäten in der Region unter der Kommandoeinrichtung "United States Central Command" (Centcom). Es umfasst ein riesiges Gebiet: Von Kenia im Süden, über Syrien im Westen, Kasachstan im Norden bis Pakistan im Osten. Die US-Truppen sind vor allem im Irak und Afghanistan stationiert, es gibt daneben aber auch zahlreiche weitere Stützpunkte, etwa in Kuwait, Oman und Dschibuti.

Dauerkonflikt mit Iran eskaliert

Der Dauerkonflikt zwischen den USA mit den Iran hatte sich zuletzt wieder verschärft. Ende vergangenen Jahres hatte US-Präsident Donald Trump sein Land aus dem Atomabkommen mit dem Iran zurückgezogen. Dieses war im Juni 2015 nach jahrelangen Verhandlungen zwischen dem Iran und der Gruppe der fünf UN-Vetomächte und Deutschland geschlossen worden. Es soll sicherstellen, dass der Iran nicht die Fähigkeiten zum Bau einer Atombombe erlangt.

Im Zuge mit dem Ausstieg ließ Trump alte Sanktionen erneut aufleben und verhängten noch dazu neue. Derzeit steht der Iran unter den schärfsten Sanktionen seiner Geschichte. Letzte Ausnahmen für Ölimporte aus dem Iran für die größten Bezieher wie China und Indien wurden vor wenigen Tagen aufgehoben.

Experten befürchten, dass der Iran seinerseits aus dem Atomabkommen austreten oder die Straße von Hormus als wichtigsten Öllieferweg der Welt abriegeln könnte. Dann könnten auch Öltanker anderer Golfstaaten nicht mehr operieren. In einem solchen Fall würde die Gefahr einer militärischen Auseinandersetzung drastisch steigen.

Wie aggressiv ist der Iran?

Die USA werfen dem Iran eine ganze Reihe aggressiver Handlungen vor. Unter anderem soll das Land in Venezuela die Regierung von Nicolás Maduro unterstützen, den die Vereinigten Staaten als Usurpator betrachten und entmachtet sehen wollen. Auch hinter Konflikten in Syrien, im Jemen und im Gazastreifen vermuten die USA iranische Interessen.

Quellen: Military.com, DPA, Centcom

nik