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Neues Buch über US-Präsident: Die Zeit nach seiner Präsidentschaft ist für Donald Trump vor allem: Rache an den Medien

Donald Trump und die Medien werden wohl keine Freunde mehr. In einem Buch des ehemaligen "Fox News"-Moderators Bill O'Reilly verrät der US-Präsident, dass er mit dem Thema auch nach Ende seiner Amtszeit noch nicht durch sein wird.

Donald Trump O'Reilly

Donald Trump und Bill O'Reilly und dessen mittlerweile eingestellten "Fox-News"-Show

Picture Alliance

Bill O'Reilly hat jahrelang die erfolgreichste Sendung des erfolgreichsten Nachrichtensenders der USA moderiert. Mit seiner polarisierenden Art, seinem an Fakten nicht so sehr interessierten Erzkonservatismus und der generell eher schlichten Schwarz-Weiß-Sicht auf die Welt hat der frühere "Fox News"-Moderator einen US-Präsidenten Donald Trump mit ermöglicht. Wenig überraschend also, dass sich O'Reilly neuestes Buch "The United States of Trump" ausführlich und allein mit dem Mann im Weißen Haus beschäftigt. Lange und oft haben sich die beiden Männer dafür unterhalten und erstmals spricht Donald Trump über seine Zeit nach der Präsidentschaft und womit er sie zu verbringen plant: mit Rache.

Was bleibt den Medien ohne Donald Trump?

Auf wen genau es der noch mächtigste Mann der Welt abgesehen hat, ist nicht überraschend: die Presse. Mit den Medien befindet er sich im Clinch, seitdem er seine Kandidatur für das Präsidentenamt bekannt gegeben hat. Was in den Zeitungen steht und ihm nicht gefällt verbrämt Trump als "Fake News" – ganz gleich, ob es offenkundig zutreffend oder tatsächlich unwahr ist. "Weißt Du, die Medien interessiert es nicht, ob sie Familien verletzen", wird er aus dem Buch zitiert, "aber wenn ich das Amt verlassen habe, habe ich meine Rache: Ohne Trump – was bleibt ihnen dann noch?"

Donald Trump

Dem "Washington Examiner" liegt das Buch vor und vor allem der Schluss von "The United States of Trump" sei besonders aussagekräftig, so das Blatt. Auf O'Reillys Frage, was der bislang wichtigste Punkt in seiner Amtszeit gewesen sei, nennt Trump die Russland-Untersuchungen von US-Sonderermittler Robert Mueller. Die Ermittlungen hätten sein Leben verändert und seinen Blick auf das Land. "Ich habe einiges gelernt. Ich denke, die Mueller-Untersuchungen werden als einer meiner großen Errungenschaften in die Geschichte eingehen. Weil das ganze Ausmaß der Korruption sonst nie aufgedeckt worden wäre. All diese mächtigen Leute, die versucht haben eine Wahl zu zersetzen, die Menschen hätten nie davon etwas mitbekommen."

Mueller glaubt an Justizbehinderung durch Trump

Bei den Ermittlungen des früheren FBI-Chefs ging es um mögliche Verstrickungen von Trumps Wahlkampfteam mit Russland und Justizbehinderung durch den US-Präsidenten. Während es für eine wahlbeeinflussende Zusammenarbeit mit Vertretern Moskaus keine Beweise gab, hält Robert Mueller eine Behinderung der Justiz durch Trump ausdrücklich für möglich. Das Amt würde ihn jedoch vor einer Anklage schützen, so der frühere FBI-Chef. Der US-Präsident bezeichnete die rund zweijährigen Untersuchungen stets als von Medien und Opposition angezettelte Verschwörung, um ihm aus dem Weißen Haus zu jagen.

In dem Buch erklärt der Präsident auch, wen genau er mit "all diesen mächtigen Leuten" meint: die versammelte Schar nationaler Medien. "Ich weiß nicht, warum sie mich hassen. Ich schätze, weil ich ein Außenseiter bin. Weil ich Dinge tue, die niemand vor mir gemacht hat. Es geht um Macht." Auf die Frage, warum er glaube, dass die Medien so "verschlagen" seien, antwortet Trump: "Darüber denke ich die ganze Zeit nach. Aber es gebe auch eine gute Seite: "Es zeigt, dass ich damit fertig werde."

Als sein eigener Pressesprecher ausgegeben

Donald Trump pflegt fast sein ganzes Leben ein ambivalentes Verhältnis zu Presse und Medien. Als er in den 80er-Jahren in seiner Heimatstadt New York City vom Immobilienentwickler zum Society-Star wurde, lernte er schnell das Spiel mit der Öffentlichkeit. Überliefert ist etwa die Anekdote, wie er sich als sein eigener Pressesprecher ausgegeben und ungefragt Klatschmagazine über das Liebesleben von Donald Trump – also sein eigenes – informiert hat. Seit er als US-Präsident aber unter besonderer Beobachtung steht, scheint sein eigener Wahlspruch "Es gibt keine schlechte Presse" nicht mehr zu gelten.