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Attacke gegen Fox News Schlechte Umfragewerte: Jetzt wirft Trump sogar seinem Lieblingssender "Fake News" vor

US-Präsident Donald Trump bezeichnet Umfragen, die ihn schlecht aussehen lassen, als Fälschungen
"Mehr Fake News": US-Präsident Donald Trump bezeichnet Umfragen, die ihn schlecht aussehen lassen, als Fälschungen
© Evan Vucci / DPA
Donald Trump steht in mehreren Umfragen derzeit nicht besonders gut da. Dem US-Präsidenten setzt das offenbar so sehr zu, dass er jetzt sogar seinen Haus- und Hofsender Fox News attackiert.

US-Präsident Donald Trump will heute Abend in Florida offiziell den Wahlkampf für seine Wiederwahl im November 2020 starten. Der Auftritt vor Tausenden jubelnden Anhängern in einer riesigen Sporthalle in Orlando dürfte Balsam für die Seele des Republikaners sein, denn öffentliche Zuneigung ist derzeit eher Mangelware für Trump.

In diversen Umfragen, die in den letzten Tagen veröffentlicht wurden, liegen mögliche demokratische Herausforderer vor Trump. Sogar der konservative Haussender des Präsidenten, Fox News, berichtete von Trumps Umfragetief. Demnach liegt der 73-Jährige in allen fünf von Fox abgefragten hypothetischen Direktvergleichen hinter den entsprechenden demokratischen Konkurrenten und bekommt nie mehr als 41 Prozent Unterstützung.

Donald Trump wirft Fox News gefälschte Umfrage vor

Am deutlichsten führt der ehemalige US-Vizepräsident Joe Biden vor Trump: Wenn sie sich jetzt entscheiden müssten, würden 49 Prozent der von Fox befragten Wahlberechtigten für den früheren Stellvertreter von Barack Obama stimmen und nur 39 Prozent für den gegenwärtigen Mann im Weißen Haus. Auch die möglichen Herausforderer Bernie Sanders, Elizabeth Warren, Kamala Harris und Pete Buttigieg würden Trump der Erhebung zufolge schlagen, wenn jetzt gewählt werden würde.

Beim US-Präsidenten sind die Nerven angesichts der schlechten Umfragewerte offenbar so angespannt, dass er nun sogar seinem Lieblingssender die Verbreitung von Falschnachrichten vorwirft. "Etwas Seltsames geschieht bei Fox", twitterte Trump am Dienstagmorgen. Die eigenen Umfragen der Regierung würden zeigen, dass er in allen 17 "Swing-States" - also Bundesstaaten mit ungewissem Wahlausgang - in Führung liege. "Mehr Fake News", fügte der Präsident an Fox-Moderator Bret Baier gerichtet hinzu. Und bereits am Montag schrieb er: "Nur gefälschte Umfragen zeigen uns hinter dem bunten Haufen."

Dass das nicht stimmt, weiß Trump selbst am besten. Denn Anfang der Woche hatte er US-Medienberichten zufolge gleich drei Umfrage-Instituten die Zusammenarbeit mit seinem Wahlkampfteam aufgekündigt, nachdem dessen eigene Erhebungen an die Öffentlichkeit gelangt waren. Laut diesen Umfragen lag der US-Präsident in mehreren Schlüsselstaaten wie Michigan, Wisconsin, Pennsylvania oder Florida hinter demokratischen Kandidaten zurück. Auch hier führte Biden teilweise mit zweistelligen Prozentzahlen.

Trumps Lösung für sein Umfrage-Problem scheint derzeit vor allem darin zu bestehen, die schlechten Zahlen zu ignorieren oder als Fälschungen zu bezeichnen und das Gegenteil zu behaupten. So erklärte der Präsident kürzlich in einem Interview mit dem Journalisten und Politikberater George Stephanopoulos, dass am Sonntag im US-Sender ABC ausgestrahlt wurde: "Wir haben in letzter Zeit tolle Umfragezahlen bekommen. Enorme Umfragezahlen."

Quellen:  Fox News, ABC, Vox, Quinnipiac University


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