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Westjordanland: Palästinenser begehen fünften Todestag Arafats

Gestern, am fünften Todestag des früheren palästinensischen Präsidenten Jassir Arafat haben sich zehntausende Fatah-Anhänger an seinem Grab in Ramallah versammelt.

Gestern, am fünften Todestag des früheren palästinensischen Präsidenten Jassir Arafat haben sich zehntausende Fatah-Anhänger an seinem Grab in Ramallah versammelt. Arafats Amtsnachfolger Mahmud Abbas bekräftigte bei dieser Gelegenheit am Mittwoch, er werde die Friedensgespräche mit Israel so lange nicht wiederaufnehmen, bis ein kompletter Stopp des Baus oder Ausbaus jüdischer Siedlungen im Westjordanland in Kraft sei. Die Menge jubelte Abbas dabei zu.

Arafat starb am 11. November 2004 in einem Militärkrankenhaus bei Paris, wohin er wegen seiner schweren Erkrankung von Ramallah aus zur Behandlung gebracht worden war. Er wurde einen Tag später auf dem Gelände der Mukata, seinem Amtssitz in Ramallah, beigesetzt. Dort hatte er die letzten Jahre seines Lebens wegen massiver israelischer Belagerung praktisch unter Hausarrest verbracht.

Für seine Rolle beim Friedensprozess von Oslo erhielt Arafat im Dezember 1994 gemeinsam mit dem damaligen israelischen Ministerpräsidenten Jizchak Rabin und Außenminister Schimon Peres den Friedensnobelpreis. Für viele Israelis galt der langjährige Chef der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) indessen stets als Terrorist.

Nach Arafats Tod lieferten sich seine Fatah und die radikalislamische Hamas-Bewegung einen langen Machtkampf. Dies führte schließlich dazu, dass die Hamas seit Juni 2007 den Gazastreifen regiert und die Fatah des heutigen Präsidenten Abbas nur noch das Westjordanland. Im Gazastreifen waren Kundgebungen zu Arafats Todestag am Mittwoch verboten.