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Streit um Besucherzahlen Erinnerungen an die Amtseinführungs-Debatte: Wie Trumps Millionen-Marsch auf Zehntausende schrumpfte

Die Zahlen zum "Million MAGA March" wurden vom Trump-Team zunächst kräftig aufgeblasen
Die Zahlen zum "Million MAGA March" wurden vom Trump-Team zunächst kräftig aufgeblasen
© Allison Dinner/ / Picture Alliance
Er habe die größte Besucherzahlen aller Zeiten gehabt, behauptete Donald Trump nach seiner Amtseinführung immer wieder. Beim "Million MAGA March" in Washington kommen nun Erinnerungen an damals auf.

Es war ein denkwürdiger Einstand. Als Pressesprecher Sean Spicer kurz nach Donald Trumps Amtseinführung das erste Mal vor die Presse trat, setzte das den Ton für die gesamte Präsidentschaft. Es sei die größte Zuschauerzahl, die jemals einer Amtseinführung beigewohnt habe, brüllte Spicer damals in Richtung der Medien. "Punkt!" Bei der Demo der Trump-Anhänger kommen nun ganz ähnliche Eindrücke auf.

Der Name sollte Programm sein: "Million MAGA March" hatten die Trump-Anhänger ihre Solidaritätsbekundung getauft, mit dem sie den Wahlverlierer anfeuern und die Legitimität der von Herausforderer Joe Biden gewonnenen Wahl hinterfragen wollten. Und auch Trumps Team wollte die angekündigten Besucherzahlen wohl zu gern glauben. "Unglaublich! Mehr als eine Millionen Menschen lassen sich zur Unterstützung von Donald Trump in den Sumpf hinab", jubelte die aktuelle Pressesprecherin Kayleigh McEnany bei Twitter. Sie spielt damit auf Trumps Ankündigung an, den "Sumpf" in Washington trockenzulegen.

Der Präsident rudert zurück

Als ihr Chef in die Jubeltirade einstimmte, waren die Benutzerzahlen bemerkenswerterweise schon leicht kleiner geworden. "Hunderttausende" zeigten ihre Unterstützung, erklärte der Präsident bei Twitter. Und wiederholte seine Behauptung von der gestohlenen Wahl. "Sie werden sich die manipulierte und korrupte Wahl nicht gefallen lassen." In dem dazu retweeteten Video sind zwar viele Menschen zu sehen, selbst für Hunderttausende scheint die Menge aber zu klein. Tatsächlich schätzten Experten sie eher auf Tausende bis wenige Zehntausend Besucher

Erstaunlicherweise ruderte selbst Trump noch weiter zurück. "Die Fake-News berichten kaum darüber, dass die Zehntausenden Menschen, die nach DC kamen, sich hier und im ganzen Land völlig organisch zusammengeschlossen haben", klagte der Noch-Präsident. Dazu teilte er einen Tweet der zur konservativen Newsseite "The Federalist" gehörenden Journalistin Mollie Hemmingway. Demzufolge würden die Demonstranten Witze machen, dass die Medien schon bald von einigen Tausend Teilnehmern schreiben würden. 

Bei Twitter sorgte die anfängliche Übertreibung McEnanys wenig überraschend für Spott. "Man könnte auch gleich eine Milliarde behaupten", feixt ein Nutzer als Antwort an die Pressesprecherin. "Jetzt verstehe ich auch, wie Trump sich für einen Milliardär halten kann", lästerte eine andere. 

Quelle: Twitter, Washington Post


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