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ARD-Sommerinterview: "Unverschämt und unerträglich": So kommentiert das Netz die Frage nach Lindners Freundin

Damit hatte Christian Lindner nicht gerechnet. Im Sommerinterview der ARD konfrontierte ihn Tina Hassel mit einer Frage, die der FDP-Chef als "geschmacklos" zurückwies. Auch das Netz diskutiert.

Christian Lindner beim "Bericht aus Berlin"-Sommerinterview

Deutlich angesäuert reagierte Christian Lindner im Sommerinterview der ARD auf eine Frage nach seiner elf Jahre jüngeren Lebensgefährtin. Zu Recht?

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Die ARD nutzt die sitzungsfreie Zeit im politischen Berlin traditionell, um sich mit den Spitzenpolitikern aller Parteien in lockerer Atmosphäre über aktuelle Themen auszutauschen. Am Sonntag saß FDP-Chef Christian Lindner auf dem roten Sofa von Tina Hassel, Leiterin des ARD-Hauptstadtstudios. Seit vier Jahren führt die erfahrene Journalistin die beliebten Sommerinterviews. Bei Lindner tappte sie nun in ein Fettnäpfchen. Mit einer privaten Frage, die offenbar von einem Zuschauer eingereicht worden war.

"Hab ich das gerade richtig verstanden?"

In einer Schnellfrage-Runde stellte Hassel den 40-Jährigen vor die Wahl: Vermögenssteuer oder gleichaltrige Freundin? Eine Frage, die offensichtlich auf die Lebensgefährtin des Politikers und eines der Lieblingsthemen seiner Partei anspielte. Lindners Gedanken waren leicht zu erraten: "Hab ich das grad richtig verstanden?" Als er sicher war, sich nicht verhört zu haben, spielte der Parteichef der Liberalen den Ball zerknirscht zurück: "Geschmacklos." Und so sehen das auch viele Zuschauer, die das Gespräch verfolgten. Im Netz echauffieren sie sich über Hassel und die Redaktion.

"Klare Grenzüberschreitung" twitterte User tobi_de in Richtung Hassel. Als erfahrene Journalistin hätte sie eine solche unangebrachte und unverschämte Frage seiner Ansicht nach nicht stellen dürfen. Was Herr Lindner für eine Freundin hat oder nicht geht uns erstmal nichts an, findet auch JenniGroehlich. 

FDP-Politiker empört: "Ausdruck absoluter Unverschämtheit"

Mit einem ganz anderen Aspekt brachte Konstantin Kuhle, innenpolitischer Sprecher der FDP,  Würze ins die Diskussion. "Wenn ein Mann eine solche Frage an Annalena Baerbock oder Katrin Göring-Eckart gerichtet hätte, stünde die gesamte Republik zu Recht Kopf, weil sie Ausdruck absoluter Unverschämtheit ist", twitterte er. Die Redaktion von "Bericht aus Berlin" stellte sich im Netz hinter Hassel. Die Frage sei hart an der Grenze gewesen, räumte man via Twitter ein. Dennoch wolle man bei der Rubrik #fragselbst in Zukunft noch sensibler mit Userfragen umgehen.

Mit einer weiteren Frage lockte Hassel ihrem Gegenüber dann doch noch aus der Reserve. "Lieber gar nicht antworten als schlecht antworten?", fragte sie und spielte damit auf Lindners umstrittene Aussage während der Verhandlungen für eine Jamaika-Koalition an. Der amüsierte sich in seinem Sessel sichtlich – und entschied sich für Ersteres, bevor ihm bei der Frage zu seiner 29-jährigen Lebenspartnerin die Gesichtszüge entglitten.

js