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A400M-Probleme: Bundeswehr muss Transall-Flugzeuge länger nutzen

Wegen der Verzögerungen beim Militär-Transporter A400M ist die Bundeswehr länger auf die mehr als 40 Jahre alten Transall-Maschinen angewiesen. Das zieht jedoch hohe Kosten nach sich.

Die Ausmusterung der Transall-Maschinen war bis 2018 geplant. Durch die Probleme beim A400M müssen sie wohl noch länger aushelfen.

Die Ausmusterung der Transall-Maschinen war bis 2018 geplant. Durch die Probleme beim A400M müssen sie wohl noch länger aushelfen.

Wegen der Probleme beim Bau des Militärtransporters A400M geht die Bundeswehr davon aus, dass sie ihre über 40 Jahre alten Transall-Flugzeuge bis zu drei Jahre länger im Dienst halten muss. Es bestehe das Risiko, dass der A400M erst zwölf bis 24 Monate später als geplant über ein System zum Schutz vor Raketenangriffen verfügen werde, heißt es in einem vertraulichen Schreiben von Verteidigungsstaatssekretär Ralf Brauksiepe an den Haushaltsausschuss des Bundestags, das der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch vorlag.

Dieses sei aber Voraussetzung, um das Flugzeug des Herstellers Airbus auch unter Bedrohung einsetzen zu können. Das Ministerium habe daher geprüft, ob die Transall bis ins Jahr 2021 hinein betrieben werden könne. Dies sei machbar, ziehe aber Kosten nach sich, heißt es in dem Schreiben, das den zusätzlichen Finanzbedarf nicht bezifferte.

300 Millionen Euro für längere Nutzung?

Das "Handelsblatt" berichtete unter Berufung auf Äußerungen von Rüstungsstaatssekretärin Katrin Suder, die längere Nutzung der Transall könne mit bis zu 300 Millionen Euro zu Buche schlagen. Hinzu kämen gegebenenfalls vertraglich vereinbarte Kompensationsforderungen für die verspätete Auslieferung der A400M-Maschinen.

Ursprünglich sollte die Bundeswehr bis Januar 2016 ihren ersten A400M mit Selbstschutzsystem erhalten. Über die folgenden zwei Jahre sollte der neue Militärtransporter nach und nach die Transalls ersetzen, deren Ausmusterung bis Ende 2018 geplant war. Das Bundesverteidigungsministerium prüft wegen der Probleme beim A400M Schadenersatzforderungen gegen Airbus.

Anfang Mai war in Spanien ein A400M abgestürzt. Für das Milliarden-Rüstungsprojekt war das ein herber Rückschlag. Der A400M war vor zwölf Jahren von sieben Nato-Staaten als Ersatz für die veralteten Transall-Maschinen in Auftrag gegeben worden. Die Auslieferung verzögerte sich schon vor dem Absturz wegen technischer Probleme um Jahre, die Kosten fielen um Milliarden Euro höher aus als geplant.

mka/Reuters/AFP / Reuters