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Nach Militärflugzeug-Absturz bei Sevilla: Bundeswehr sagt A400M-Testflüge ab

In Sevilla ist ein Militärflugzeug des Typs A400M abgestürzt. Mindestens vier Menschen sind tot, zwei haben schwer verletzt überlebt. Die Ereignisse zum Nachlesen.

Der Airbus A400M ist auf einem Feld in der Nähe von der andalusischen Stadt Sevilla zerschellt

Der Airbus A400M ist auf einem Feld in der Nähe von der andalusischen Stadt Sevilla zerschellt

+++ 18.50 Uhr: Deutsche Maschine muss erstmal am Boden bleiben +++

Die Transportmaschine A400M der Bundeswehr muss nach dem Absturz erst einmal am Boden bleiben. Das hat der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Karl Müllner, nach Angaben eines Sprechers entschieden. Demnach soll das Flugzeug, das im vergangenen Dezember an die Bundeswehr ausgeliefert worden war, mindestens so lange nicht mehr verwendet werden, bis die Ursache für den Absturz der Maschine in Sevilla geklärt ist.

+++ 18.35 Uhr: Linkspartei fordert A400M-Beschaffungsstopp +++

Die Linkspartei fordert als Reaktion auf das Unglück einen sofortigen A400M-Beschaffungsstopp. "Der jetzige Absturz ist nur der traurige Höhepunkt einer Pannenserie", sagt der Vizevorsitzende Tobias Pflüger. Die technischen Probleme bei der Maschine seien bekannt. "Eine weitere Anschaffung des A400M ist verantwortungslos." Bei dem Transporter handelt es sich um ein ganz neues Flugzeug, das 2003 von sieben Nato-Staaten als Ersatz für die veralteten Transall-Maschinen in Auftrag gegeben worden war. Deutschland erhielt erst im vergangenen Dezember mit vier Jahren Verspätung seinen ersten A400M. Er wird bislang für Schulungszwecke genutzt.

Der Bau des A400M gehört zu den heißen Eisen unter den Rüstungsprojekten. Das Vorhaben wurde praktisch von Anfang an von einer Serie von Pannen und Streitigkeiten überschattet. 2009 und 2010 lieferten der Airbus-Konzern und die sieben Auftraggeber - u.a. Deutschland - sich einen heftigen Zwist um die Finanzierung. Airbus drohte wiederholt mit einem Abbruch des Projekts. Technische Probleme und Sonderwünsche der Kunden hatten immer wieder zu Verzögerungen geführt, die Kosten waren aus dem Ruder gelaufen. Schließlich einigte man sich auf eine abgespeckte Version des Projekts. Deutschland blieb mit 53 Maschinen der größte Abnehmer

+++ 18.18 Uhr: ARD veröffentlicht Video von Testflug des deutschen A400M +++

Erst im November vergangenen Jahres flog ein Reporter der "Tagesschau" bei einem Testflug des deutschen Transporters des Typs A400M mit. Anlässlich der aktuellen Ereignisse ist das Video nun noch einmal auf der Seite der Sendung zu sehen.

+++ 17.21 Uhr: Zahl der Toten auf vier korrigiert +++

War bisher von mindestens drei Toten die Rede, heißt es nun, dass mindestens vier Menschen bei dem Absturz ums Leben gekommen sind.

+++ 17.05 Uhr: Video zeigt die Sekunden nach dem Absturz +++

Auf Twitter kursiert ein Video, das in den Sekunden nach dem Absturz aufgenommen wurde.

+++ 16.42 Uhr: Laut "Flightradar" drei Minuten bis zum Absturz +++

Die Webseite "Flighradar24" veröffentlicht Daten zu dem kurzen Flug. Demnach hat es bis zum Absturz nur drei Minuten gedauert.

+++ 16.32 Uhr: Bundeswehr setzt möglicherweise Testflug aus +++

Auch für die Bundeswehr könnte das Unglück Konsequenzen haben. Es ist nicht auszuschließen, dass die Truppe jetzt noch länger auf neue moderne Transportmaschinen warten muss. Die Auslieferung der bestellten Flugzeuge hatte sich ohnehin um Jahre verzögert, die Bundeswehr fliegt deshalb bis heute mit dem Oldtimer "Transall". Die erste und bislang einzige deutsche A400M ist derzeit noch in der Einsatzprüfung durch die Luftwaffe. Eigentlich waren weitere Lieferungen für dieses Jahr geplant. Der Hersteller Airbus hatte laut Verteidigungsministerium angekündigt, er werde im Herbst mitteilen, ob mit einer Lieferung vor Jahresende zu rechnen sei.

Der nächste Bundeswehr-Flug mit der A400M war für kommenden Dienstag nach Norwegen geplant. Ob die Maschine dann starten darf, entscheidet der Inspekteur der Luftwaffe. Sollte die Absturzursache bis dahin ungeklärt sein, bleibt sie auf jeden Fall am Boden.

+++ 15.53 Uhr: Mindestens drei Tote +++

Mindestens drei Menschen sind nach ersten Angaben der Rettungskräfte ums Leben gekommen - weniger als zunächst befürchtet. An Bord seien offenbar sieben Menschen gewesen, sagt ein Sprecher. Das Schicksal zweier weiterer Insassen ist ungewiss.

+++ 15.48 Uhr: Pilot soll Notruf abgesetzt haben +++

Laut dem Hersteller des Flugzeugs soll der Pilot kurz vor dem Unglück noch einen Notruf abgesetzt haben.

+++ 15.47 Uhr: Flugzeug war für das türkische Militär bestimmt +++

Das Transportflugzeug war für das türkische Militär bestimmt. Das teilt der Hersteller Airbus Defense & Space mit. Angaben zur Absturzursache macht das Unternehmen nicht.

+++ 15.35 Uhr: Nähere Informationen zu den zwei Überlebenden +++

Einer der beiden Verletzten im Krankenhaus muss künstlich beatmet werden, berichtet die Nachrichtenagentur Efe. Der andere Verletzte habe Knochenbrüche und Verbrennungen erlitten.

+++ 15.01 Uhr: Deutsche Luftwaffe will Absturzursache untersuchen +++

Die Bundeswehr hatte die erste und bislang einzige A400M im vergangenen Dezember erhalten. Insgesamt hat Deutschland 53 Maschinen bestellt. Der A400M zählt zu den Pannen-Projekten der Bundeswehr. Die Entwicklung der Militärmaschine hatte sich um Jahre verzögert. Außerdem ist das Flugzeug teurer geworden als zunächst geplant. Ein Schutzsystem für Einsätze in gefährlichen Gebieten lässt noch auf sich warten.

Ein Sprecher der Luftwaffe sagt: "Wir werden uns die Ursache für diesen Absturz ganz genau anschauen und kein Risiko für unser Personal eingehen." Der erste A400M sei momentan noch in der Einsatzprüfung durch die Luftwaffe. Für diese Woche waren Flüge mit der Maschine geplant.

+++ 14.59 Uhr: Opfer vermutlich alle Airbus-Mitarbeiter +++

Laut Informationen des spanischen Regierungschefs Mariano Rajoy sollen die acht bis zehn Opfer des Absturzes höchstwahrscheinlich alle spanische Mitarbeiter von Airbus gewesen sein.

Über den Verbleib der zwei Insassen, die in ein Krankenhaus gebracht wurden, gibt es noch keine neuen Informationen. Angesichts der Bilder des zerschellten Flugzeugs bleibt allerdings anzunehmen, dass die übrige Besatzung den Absturz nicht überlebt hat.

+++ 14.41 Uhr: Absturz unmittelbar nach Start +++

Die Maschine ist nach neuesten Informationen unmittelbar nach dem Start aus unbekannter Ursache abgestürtzt und auf dem Boden zerschellt. Es war der erste Absturz eines Transporters dieses neuen Typs.

Das Flugzeug hatte sich noch in der Testphase befunden und war noch nicht an die Streitkräfte eines Landes ausgeliefert worden.

Airbus hatte im vergangenen Dezember ein erstes Transportflugzeug des Typs A400M an die Bundeswehr ausgeliefert. Ein Sprecher der Luftwaffe sagte, ein Termin für die geplante Lieferung weiterer Flugzeuge stehe bislang noch nicht fest.

+++ 14.17 Uhr: Militärtransporter Airbus A400M in Sevilla abgestürzt +++

Ein militärisches Transportflugzeug vom Typ Airbus A400M ist in Spanien abgestürzt. Dies meldet die staatliche Nachrichtenagentur Efe unter Berufung auf Militärkreise. Das Unglück hat sich nahe dem Flughafen von Sevilla ereignet, wo die Maschine zu einem Testflug gestartet war und wo die Transportflugzeuge auch montiert werden.

An Bord waren acht bis zehn Menschen, wie Spaniens Regierungschef Mariano Rajoy mitteilt. Laut Informationen der spanischen Zeitung "El País" sollen zwei von ihnen mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht worden sein.

Auf Twitter werden erste Fotos von der Unglücksstelle gepostet.

kgi/car/AFP/DPA/Reuters / DPA / Reuters