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AfD-Chef Bernd Lucke im stern: "Ich bin überhaupt kein Rechter"

Im neuen stern spricht Bernd Lucke über seine Partei - und wie die Medien ein falsches Bild von der AfD zeichnen. Die Kritik von der CDU sei eine Trotzreaktion aus Angst vor Wählerverlusten.

Von Arno Luik

Wer rechtsradikale Meinungen in der Partei äußert, "der fliegt raus", so Parteichef Lucke

Wer rechtsradikale Meinungen in der Partei äußert, "der fliegt raus", so Parteichef Lucke

Gründer und Chef der "Alternative für Deutschland" (AfD), Bernd Lucke, sieht seine Partei in der medialen Öffentlichkeit falsch dargestellt. "Zu den Talkshows werde ich eingeladen, damit man mich abwatschen kann", sagt der 52-Jährige im Interview im stern. "Man versucht, diejenigen Leute, die etwas Neues, eine neue politische Kraft etablieren, an den Rand zu drängen."

Die AfD sei eine junge Partei, "Exoten gehören zu einer Parteigründung", sagt Lucke und erinnert an die Grünen am Anfang. "Da gab es Anarchisten, Kommunisten, Terroristenfreunde - so hieß es. Die ganze Partei wurde diskreditiert." Die AfD sei noch nicht etabliert und Objekt der Häme. "Aber ich denke, wir sind trotz allem auf gutem Weg." Es gebe keine Grabenkämpfe und keinen Mehrfrontenkrieg bei der AfD.

Rechte fliegen raus

Lucke, beurlaubter Ökonomie-Professor an der Universität Hamburg, sagt, er sei "überhaupt kein Rechter", und wer rechtsradikale Meinungen in der Partei äußere, "der fliegt raus". Er würde es begrüßen, wenn die gesetzliche Grundlage zu einem Parteiausschluss geändert werden würde, so dass ein Mitglied "einfach per Beschluss des Vorstandes ausgeschlossen werden könnte".

Lucke war 33 Jahre lang CDU-Mitglied und bezeichnet im stern-Interview die Gründung der AfD als "Notwehr": Hätte Kanzlerin Angela Merkel auf seinen Rat in Sachen Eurokrise gehört, "wäre ich tatsächlich in der CDU geblieben". Dass Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) die AfD als "Schande für Deutschland" bezeichnete, kommentiert Lucke im stern: "Der Mann hat einfach Angst, dass wir mit unserer Politik auch seine CDU-Wähler erreichen. Und das schaffen wir, warten Sie es ab."

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