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Vorwürfe gegen "Vordrängler" AfD-Fraktionschef in NRW ließ sich und seine Familie vorzeitig impfen

Markus Wagner
Markus Wagner, Chef der AfD-Fraktion im Landtag von Nordrhein-Westfalen
© Federico Gambarini / DPA
Der AfD-Fraktionschef im Landtag in Nordrhein-Westfalen, Markus Wagner, hat sich, seinen Sohn, seine Frau und seine Schwiegermutter vorzeitig impfen lassen. Dadurch sei aber "niemandem eine Impfung vorenthalten" worden.

Laut Recherchen des WDR-Magazins "Westpol" hat sich der AfD-Fraktionschef im Landtag von Nordrhein-Westfalen, Markus Wagner, sich nicht nur selbst, sondern auch weitere Familienmitglieder gegen das Coronavirus impfen lassen. Dies bestätigte Wagner am Wochenende dem Sender. Einige Tage zuvor hatte der Sender bereits berichtet, dass der FDP-Landtagsabgeordnete Ralph Bombis und Personen aus seinem "engen persönlichen Umfeld" sich bereits impfen ließen.

Nach Informationen des WDR soll Wagner in seiner Sozialeinrichtung auch seinen 16-jährigen Sohn und seine 81-jährige Schwiegermutter geimpft haben lassen. Wagners Sohn wäre laut Impfpriorisierung des Bundes wahrscheinlich noch lange nicht an der Reihe gewesen. Er spielt als Nachwuchs-Fußballer für den FC Bayern München.

Wagner rechtfertigt sich

Wagner rechtfertigte die Corona-Impfung seines Sohnes mit seiner Mitarbeit im Familienbetrieb, so der WDR. Er habe immer wieder in der Eingliederungshilfe für psychisch Kranke im Kreis Minden-Lübbecke gearbeitet. "Er hat mit den Bewohnern Spiele gespielt und gebastelt" und "den Hausmeister unterstützt oder Bewohner mit dem Therapiehund begleitet", wird Wagner zitiert. Durch die Impfung seiner Familienmitglieder habe kein Mitarbeiter oder Bewohner auf seine Impfung verzichten müssen. Auch Mitglieder der örtlichen Feuerwehr seien geimpft worden.

Laut Impfverordnung der Bundesregierung wäre Wagners Sohn in Gruppe 4 – und damit wahrscheinlich erst in mehreren Monaten vorgesehen. Wenn es nach dem Willen der Großen Koalition in Berlin geht, sollen Impfvordrängler künftig bis zu 25.000 Euro Strafe zahlen.

Quelle: WDR

epp

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