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Webhost reagiert: AfD startet "Aussteiger-Programm" für Journalisten – und bekommt Probleme

Die AfD hat ein Meldeportal gestartet, das vor allem Journalisten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zum "Ausstieg" ermuntern soll. Doch der Angriff auf kritische Medienvertreter stört nicht nur den Deutschen Journalisten-Verband. 

Eine Grafik im Pop-Art-Stil zeigt einen Mann mit Brille, der sich sorgenvoll mit links in die schwarzen Haare greift

Die AfD bietet Journalisten ein "Aussteiger-Programm" für Journalisten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks an

Der Hamburger Webseiten-Anbieter Jimdo hat ein von mehreren AfD-Bundestagsabgeordneten initiiertes Meldeportal mit einem "Aussteiger-Programm für Mainstream-Journalisten" gelöscht. Die Webseite sei am Donnerstagvormittag vom Netz genommen worden, teilte das Unternehmen der Deutschen Presse-Agentur mit. 

Jimdo bietet einen Webseiten- und Onlineshop-Baukasten vor allem für Kleinunternehmer an. Nach Ansicht des Unternehmens verstößt die Veröffentlichung der AfD "gegen unsere Richtlinien und gegen unsere Werte". Auf der Seite, die seit Mittwoch existiert habe, sei zu "antidemokratischem Handeln" aufgerufen worden.

Journalisten sollen "Zustände" melden

Der Bundestagsabgeordnete Petr Bystron teilte mit, das von ihm und drei weiteren AfD-Abgeordneten initiierte Meldeportal sei für Journalisten, die "Fakenews, Manipulation und einseitige Berichterstattung satt haben". 

In der Pressemitteilung war dazu ermuntert worden, "Zustände zu entlarven" und zu melden. Die Rede war von einem "Aussteiger-Programm". Das Angebot richte sich an Journalisten der Öffentlich-Rechtlichen, die Programme ihrer Sender zu verbessern.

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Gepostet von Petr Bystron am Mittwoch, 27. November 2019

In der Vergangenheit hatte sich die AfD immer wieder äußerst kritisch zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland geäußert. Zu der Kritik Jimdos ("antidemokratisches Handeln") sagte Bystron, das Gegenteil sei der Fall.

Journalisten-Verband wehrt sich

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) wertete die Aktion als "Provokation gegen den kritischen Journalismus". Der DJV-Bundesvorsitzende Frank Überall sagte: "Der Versuch, Journalistinnen und Journalisten lächerlich zu machen, passt zum Kurs der Partei, kritische Berichterstatter zu beleidigen und zu diffamieren, wo es nur geht."

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Bystron teilte am Donnerstagnachmittag mit, dass man auf einen anderen Server ausgewichen sei. Auch die neue Seite war zwischenzeitlich aber nicht erreichbar.

Der Fall erinnert an Lehrer-Meldeportale, die die AfD in mehreren Bundesländern gestartet hatte, damit Schüler und Eltern angebliche Verstöße an Schulen melden - vor allem, wenn es um Kritik an der AfD geht.

Quellen: DPA, Deutscher Journalisten-Verband, Petr Bystron auf Facebook.

tkr / DPA