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Alkoholmissbrauch bei der Jugend: Warum Jugendliche so viel trinken

Jugendliche sollen an Tankstellen in Deutschland künftig keinen Schnaps mehr kaufen können. Bislang bekommen sie an jeder Straßenecke Alkohol, die Spirituosenindustrie sponsort Castingshows und Fußballvereine. Darum muss man sich nicht wundern, dass sich am Trinkverhalten Jugendlicher so wenig ändert.

Von Martin Knobbe

Nur ein Szenario: Marlboro ist einer der drei Hauptsponsoren der RTL-Teenie-Sendung "Deutschland sucht den Superstar". Ein Hersteller von Amphetaminen finanziert Nachwuchsbands den Auftritt vor großem Publikum. Und der FC Bayern, reich an jungen Fans, wirbt mit Joints auf seinen Trikots für das beste Gras der Republik. Was ginge für ein Aufschrei durchs Land? Was hätte man für Sorgen um die Jugend und ihre Verführung durch die Droge? Was würde man nicht alles fordern? Verbote, Strafen und ewige Verbannung. Heißt die Droge aber Alkohol, bleibt der Aufschrei aus.

Die kleine Sünde

Jahrelang sponserte die Brauerei Krombacher mit ihrem Mixgetränk Cab ("Cola and Beer") "Deutschland sucht den Superstar". Seit Jahren lädt Jägermeister Bands zur "Rock-Liga" ein, einem Wettbewerb für junge Musiker. Und Paulaner, eine der größten Brauereien des Landes, darf auf den Trikots des FC Bayern werben und die Spieler zur Meisterfeier aus einem großen Weißbierglas trinken lassen. Alles zur familienfreundlichen Sendezeit. Alles im besten Einvernehmen. Alkohol ist in unserer Wahrnehmung keine Droge wie Nikotin oder Marihuana. Er ist höchstens ein bisschen Droge. Die kleine Sünde, die man sich erlauben darf.

Da helfen auch die alljährlichen Horrorzahlen der Suchtexperten nichts: Bei jedem vierten Todesfall von Männern zwischen 35 und 65 Jahren ist Alkohol die Ursache. 1,7 Millionen Deutsche sind alkoholabhängig. Ein Drittel aller Gewalttaten wird unter Alkoholeinfluss ausgeübt. Und das Saufen ins Koma ist für viele Jugendliche nach wie vor ein beliebter Zeitvertreib. Für manche auch der Einzige.

Es mag gute Gründe dafür geben, Alkohol anders zu sehen als die übrigen Rauschmittel: Die Tradition und Kultur, das Gesellige und Lustige daran, der Genuss und der wirtschaftliche Faktor. Auch die Einsicht, dass man eine Gesellschaft nicht völlig "clean" halten kann. Und vielleicht die Erkenntnis, dass zu einer normalen Jugend auch der gelegentliche Rausch gehört.

Vollrausch im Stimmbruch

Man darf sich dann nur nicht wundern, warum sich so wenig im Trinkverhalten junger Menschen ändert. Warum die Berichte nicht abreißen über Jugendliche, die eine Flasche Wodka um die Wette leer trinken und Zehnjährige, die mit einem Vollrausch ins Krankenhaus eingeliefert werden. Über illegale Flatrate-Partys und kotzende Jungs im Stimmbruch auf dem Münchner Oktoberfest.

Denn würde es die Politik ernst meinen mit ihrer gern verlautbarten Sorge um die Jugend, dann würde sie genauso handeln wie beim Tabak: mit harten Gesetzen und hohen Steuern, mit Werbeverboten und funktionierenden Alterskontrollen. Dann würde sie das Alter, ab dem man Bier trinken darf, auf 18 Jahre erhöhen und unter Androhung hoher Strafen ein Verfahren wie in den USA durchsetzen, in dem jeder seinen Ausweis in der Bar oder bei Bierkauf im Supermarkt vorzeigen muss.

Wissenschaftler haben längst herausgefunden, welche Maßnahmen wirken und welche nicht. Nach Angaben der deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) bringen öffentliche Kampagnen gegen Alkoholmissbrauch, Aufklärungsunterricht an Schulen und freiwillige Selbstverpflichtungen der Alkoholindustrie kaum etwas.

Kleine Gruppe von Extremtrinkern

Effektiv seien dagegen gesetzliche Regelungen: etwa eine niedrige Promillegrenze im Straßenverkehr, sofortiger Führerscheinentzug oder staatliche Kontrollen beim Ausschank von Alkohol. Auch hohe Steuern haben nachweislich eine Wirkung auf den Absatz, wie die Einführung der Sondersteuer auf Alcopops gezeigt hat: Im Jahr 2004 tranken noch 28 Prozent der 12- bis 17-Jährigen mindestens einmal im Monat Alcopops, vier Jahre später waren es nur noch zehn Prozent. Doch vielleicht muss man den Weg, den die Politk beim Verkauf der Zigaretten gegangen ist, beim Alkohol gar nicht wiederholen. Denn neben vielen alarmierenden Zahlen erzählen die Statistiken auch Beruhigendes: Die meisten Jugendlichen konsumieren Alkohol kontrolliert und verantwortungsvoll. Der Anteil Minderjähriger, die regelmäßig Bier, Wein oder Spirituosen trinken, geht nach der neuesten Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung sogar leicht zurück. Insgesamt, so zeigen es die Zahlen, trinken die Deutschen von Jahr zu Jahr weniger Alkohol.

Nur die Extremtrinker fallen auf. Vergleichweise klein an der Zahl, aber gigantisch im Konsum. 300.000 Jugendliche haben mindestens einmal in der Woche einen Vollrausch. Das so genannte binge-drinking, das hemmungslose In-Sich-Hinein-Schütten, mitunter bis zur Lebensgefahr, ist ein Phänomen der Moderne. Ähnliches kennt man aus dem Bereich der Jugendkriminalität: Insgesamt gehen die Delikte unter den Minderjährigen seit Jahren zurück. Nur die Schläger fallen auf. Vergleichsweise klein an der Zahl - aber brutal in der Ausführung. Die schweren Gewalttaten unter Jugendlichen nehmen zahlenmäßig zu. Auch das ist ein Phänomen der Moderne.

Viel wichtiger als allgemeine Regeln ist es deshalb, sich genau die Gruppe der Jugendlichen anzusehen, die derart aus dem Rahmen fällt. Man wird schnell Gemeinsamkeiten feststellen. Von ausgegrenzten und überforderten Jugendlichen, spricht der Jugendforscher Klaus Hurrelmann, von Jugendlichen, die oft keinen Schulabschluss haben. "Und genau hier, wo es um Gewalt und Alkohol und um die Perspektivlosigkeit geht, muss die Politik reagieren", sagte der Wissenschaftler in einem Interview. Er meinte keine neuen Gesetze oder keine höheren Steuern. Er meinte ganz gezielte Maßnahmen, etwa einen "garantierten Hauptschulabschluss" für alle.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(