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Anschlagsgefahr: Verfassungsschutz warnt vor islamistischen Rückkehrern

Verfassungsschutzpräsident Maaßen befürchtet, in Syrien und im Irak ausgebildete Kämpfer könnten nach ihrer Rückkehr Anschläge in Deutschland planen. Der IS haben sich hunderte Kämpfer angeschlossen.

Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen sieht in der Rückkehr islamistischer Kämpfern aus Deutschland eine Gefahr für das Land

Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen sieht in der Rückkehr islamistischer Kämpfern aus Deutschland eine Gefahr für das Land

Angesichts Hunderter islamistischer Kämpfer aus Deutschland in Syrien und dem Irak hat der Verfassungsschutz vor einer gestiegenen Anschlagsgefahr gewarnt. Die Brutalisierung der Islamisten im Ausland ließen bei ihrer Rückkehr nach Deutschland erwarten, dass Anschläge begangen werden könnten, sagte Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen am Sonntag im Deutschlandfunk. "Wir müssen einfach sehr, sehr wachsam sein." Es gebe zwar keine konkreten Hinweise auf Anschlagsplanungen, aber es gebe mittlerweile mindestens 25 Menschen mit Kampferfahrung, die aus Syrien oder dem Irak zurückgekehrt seien.

"IS attraktiver als Al-Kaida"

Vor einigen Jahren sei es eine Reisebewegung nach Afghanistan und Pakistan gewesen. Danach habe es dann auch Anschlagsvorbereitungen in Deutschland gegeben. Jetzt sei die Zahl der Reisen aber deutlich höher und die Radikalisierung noch größer. Die Organisation Islamischer Staat (IS) gelte in der Szene inzwischen als attraktiver als Al-Kaida. Diese verblasse angesichts der Brutalität gegenüber IS.

Maaßen betonte die Bedeutung der Kooperation mit dem Geheimdienst der Türkei, um die Reisenden zu stoppen, die meist den Weg über die Türkei nähmen. Über 400 Ausreisen aus Deutschland in diese Region seien registriert worden. Mindestens fünf Selbstmordattentäter aus Deutschland habe es gegeben. "Das ist aus deutscher Sicht ein unhaltbarer Zustand", sagte Maaßen. Es müsse einfach eine intensivere Zusammenarbeit mit der Türkei geben.

stb/Reuters / Reuters