Anschlagspläne in Deutschland Mutmaßlicher Drahtzieher identifiziert


Ein Usbeke ist angeblich der Drahtzieher der geplanten Anschläge in Deutschland. Das ZDF berichtet, Gofir Salimov habe die beiden Hauptverdächtigen, Fritz G. und Daniel S., zu den Terrorplänen angestiftet. Auch der Aufenthaltsort des Mannes sei bekannt.

Einer der mutmaßlichen Drahtzieher der geplanten Terroranschläge in Deutschland ist nach ZDF-Informationen identifiziert. Ein Usbeke namens Gofir Salimov soll die Anschläge in Auftrag gegeben haben, berichtet das ZDF unter Berufung auf deutsche Sicherheitsbehörden in seiner "Frontal21"-Dokumentation "Terrorziel Deutschland". Nach Erkenntnissen der Ermittler habe Salimov Ausbildungslager der Islamischen Dschihad- Union im iranisch-pakistanischen Grenzgebiet koordiniert. Er werde in der iranischen Stadt Zaidan vermutet. In der Nähe war einer der Hauptverdächtigen der Terrorpläne, Daniel S. aus Saarbrücken, im Jahr 2006 vorübergehend festgenommen worden. Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe wollte die Meldung nicht kommentieren.

Salimov steht nach Angaben des ZDF weit oben in der Hierarchie der IJU. Er soll die deutschen Konvertiten Fritz G. und Daniel S. zu Anschlägen mit Autobomben gedrängt haben. Die beiden Terrorverdächtigen waren gemeinsam mit einem Komplizen am 4. September beim Mischen von Sprengstoff in einem Ferienhaus im Sauerland verhaftet worden. Die Bundesanwaltschaft wirft ihnen die Planung großer Bombenanschläge und die Gründung einer Terrorzelle in Deutschland vor. Die Beschuldigten sollen Trainingslager der IJU in Pakistan besucht haben.

"Man sucht gezielt Europäer, um sie dort für Anschläge einzusetzen"

Salimov wird seit 2004 von usbekischen Behörden wegen der Beteiligung an mehreren Sprengstoffanschlägen in seiner Heimat gesucht. Er soll für die Vermittlung junger Kämpfer in die Trainingslager der Al-Kaida in der pakistanischen Provinz Waziristan verantwortlich gewesen sein.

Die Verbindung deutscher Islamisten zu den Trainingscamps am Hindukusch hält das Bundeskriminalamt für sehr bedenklich. Das beunruhigendste an diesem jüngsten Fall, so BKA-Chef Jörg Ziercke im ZDF, sei die Tatsache, "dass acht junge Leute aus Deutschland nach Pakistan, Afghanistan in Ausbildungslager gehen. Und hier scheint auch vor dem Hintergrund einer gewissen Strategieänderung ein Hinweis zu liegen, dass man Europäer ganz gezielt sucht, um solche dann auch in Deutschland wiederum oder sonst in Europa für solche Anschläge einzusetzen".

Nach Ansicht von Heinz Fromm, Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz, sei dies ein Beleg dafür, wie wichtig die frühzeitige Beobachtung junger Extremisten aus Deutschland ist. Fromm wörtlich: "Wir dürfen nicht warten bis jemand schon im Ausland war. Wenn jemand im Ausland war, also jemand, der zu einer solchen Struktur oder Gruppierung gehört und dann eine Auslandsreise gemacht hat, dann ist es schon sehr weit fortgeschritten. Dann jedenfalls müssen wir uns um solche Leute kümmern und abklären, ob von solchen Personen eine Gefahr ausgeht."

DPA, ZDF DPA

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