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Kanzler-Ambitionen "Wirkt nicht wie ein Leader"- Stoibers Ex-Wahlkampfmanager Spreng ledert gegen Laschet

Sehen Sie im Video: So reagiert Twitter auf Armin Laschets Äußerung über "Rumänen und Bulgaren". 




Eine Äußerung vor laufender Kamera bringt NRW-Ministerpräsident Armin Laschet in die Bredouille.  


Unter anderem verbreitete die ZDF-Journalistin Nicole Diekmann eine Aufnahme ihrer Frage und der Antwort Laschets bei Twitter:


"Das sagt darüber überhaupt nichts aus. Weil Rumänen und Bulgaren da eingereist sind und da der Virus herkommt. Das wird überall passieren. (...) Das hat nichts mit Lockerungen zu tun, sondern mit der Unterbringung von Menschen in Unterkünften und Arbeitsbedingungen in Betrieben."  


Der CDU-Politiker gibt Mitarbeitern aus Rumänien und Bulgarien offenbar die Schuld des Corona-Massenbruchs im Schlachthof "Tönnies". 


Dafür erntet er heftige Kritik auf Twitter. Viele Nutzer sehen die Aussage als fatalen Fehler für Laschets Ambitionen auf das Kanzleramt.  


Nach der Schuldzuweisung meldet sich Laschet auf Twitter, spricht die Kritik aber nur indirekt an. 
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Es läuft nicht gut für Armin Laschet. Sein Krisenmanagement während des Corona-Ausbruchs bei Tönnies wirkte fahrig. Jetzt senkt ein Polit-Berater öffentlich den Daumen - mit Einschätzungen, die man nicht gern über sich selbst lesen mag.

Der einstige Wahlkampfmanager von Edmund Stoiber (CSU), Michael Spreng, sieht Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidenten Armin Laschet wegen seines Agierens in der Corona-Krise nicht mehr als Kanzlerkandidaten. "Es gibt Politiker, die können Krise, und solche, die keine Krise können. Laschet gehört zur zweiten Kategorie", sagte Spreng dem "Spiegel". Laschet agiere "widersprüchlich und unsicher", er schlängele sich durch.

"Die Mimik, die Sprache, die mangelnde Körperspannung - Laschet wirkt einfach nicht wie ein politischer Leader", sagte der Politikberater. Er wisse nicht, wie Laschet sich noch berappeln wolle bis Dezember. Dabei könne es durchaus sein, dass Laschet im Dezember noch mal eine Mehrheit auf dem CDU-Parteitag hinter sich versammle. "Aber dann kann ihm passieren, dass er zum Frühstück nach Nürnberg fahren und Söder die Kanzlerkandidatur überlassen muss."

Laschet gegen Merz gegen Röttgen

Die Entscheidung, wer neuer CDU-Vorsitzender wird, soll auf einem Parteitag im Dezember fallen. Laschet konkurriert dabei mit dem Wirtschaftspolitiker Friedrich Merz und dem Außenpolitiker Norbert Röttgen. Der neue Vorsitzende wird sich spätestens danach mit dem CSU-Vorsitzendem Markus Söder über die Kanzlerkandidatur der Unionsparteien einigen müssen.

Der frühere "Bild am Sonntag"-Chef Spreng hatte im Wahlkampf 2002 den damaligen Kanzlerkandidaten Stoiber beraten, der die rot-grüne Koalition von Gerhard Schröder (SPD) beenden wollte, aber scheiterte.

kng DPA

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