Atommüll Bergwerk Asse gilt jetzt als Endlager


Das marode Atommülllager Asse steht künftig unter der Zuständigkeit des Bundesumweltministeriums. Damit wird das "Versuchsendlager", das bisher lediglich als Forschungsbergwerk galt, künftig nach Atomrecht behandelt. Nach wie vor gibt es jedoch noch kein schlüssiges Konzept zur Schließung der Lagerstätte.

Das marode Atomlager Asse in Niedersachsen geht in die Verantwortung des Bundesamts für Strahlenschutz über. Der neue Betreiber soll nun schnellstmöglich ein Konzept zur sicheren Schließung des baufälligen ehemaligen Kalibergwerks vorantreiben. Dies teilte Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) nach einem Krisentreffen mit Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) und dem niedersächsischen Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) mit.

Damit gibt Schavan die Zuständigkeit für das Bergwerk, in dem 126.000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktivem Strahlenmüll lagern, an ihren Kabinettskollegen Gabriel ab. Erstmals wird das "Versuchsendlager", das bisher lediglich als Forschungsbergwerk galt, nach Atomrecht behandelt. Damit müssen die Behörden beim weiteren Vorgehen vor allem die Öffentlichkeit genauer als bisher informieren.

In die Asse strömt seit Jahren Wasser ein, inzwischen sammeln sich radioaktiv verseuchte Laugen unter Tage. Außerdem ist das Bergwerk einsturzgefährdet und wird nach derzeitigem Stand nur noch bis 2014 betretbar sein.

Bis Ende des Jahres soll Schavan zufolge über ein Schließungskonzept entschieden werden. Es geht darum, ob der Müll wieder aus dem Berg geholt oder darin versiegelt wird.

Niedersachsen zieht Konsequenzen

Unterdessen hat die Landesregierung laut einem Bericht der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" (HAZ) erste Konsequenzen im Fall des maroden Atommülllagers gezogen. Demnach sei der Landesbergbehörde mit sofortiger Wirkung die Aufsicht über das ehemalige Salzbergwerk entzogen worden. Zudem seien mindestens zwei Disziplinarverfahren eingeleitet worden - gegen den Leiter des zuständigen Bergamtes und gegen einen Referenten, der unmittelbar mit der Aufsicht über die Atommülldeponie befasst gewesen sei.

Beiden Asse-Aufsehern wird laut "HAZ" vorgeworfen, schon lange von den akuten Sicherheitsproblemen gewusst, die vorgesetzten Beamten im Wirtschafts- und Umweltministerium des Landes aber nicht angemessen auf die Gefahren hingewiesen zu haben. Die beiden Beamten sollen demnach Fehler der Betreibergesellschaft erkannt, aber nicht unterbunden haben.

DPA DPA

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