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Atommüll-Lager: "Unzumutbare Zustände in Asse"

Der strahlende Müll hinterlässt seine Spuren: Erneut ist radioaktive Salzlösung im Atomlager Asse gefunden worden. Eine Gefahr für Anwohner soll nicht bestanden haben. Der Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz spricht jedoch von unzumutbaren Zuständen in Asse.

Wolfram König, Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS), ist besorgt über den Zustand im niedersächsischen Atommülllager Asse. Dieser sei unzumutbar, täglich dringe Grundwasser in das Lager ein, sagte König am Mittwoch im Deutschlandfunk. Vor diesem Hintergrund sei nicht klar, wie lange die Standsicherheit des Bergwerks noch gewährleistet sei. Ziel müsse nun eine geordnete Schließung des Lagers sein, hob König hervor.

Am Dienstagabend war bei einem Kontrollgang in dem maroden Salzbergwerk in mehr als 900 Metern Tiefe erneut radioaktiv belastete Lauge festgestellt worden. Dabei handelt es sich um Lösungen, die mit Cäsium 137 sowie mit Tritium kontaminiert sind. Nach Angaben des Bundesamtes besteht aber weder Gefahr für das Betriebspersonal noch für die Umgebung der Asse. Die Behörde ist seit Januar für das Atommülllager Asse zuständig.

Dem vorherigen Betreiber, dem Münchner Helmholtz-Zentrum, war die Verantwortung nach zahlreichen Zwischenfällen entzogen worden. In dem ehemaligen Salzbergwerk Asse wurden zwischen 1967 und 1978 rund 126.000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen meist aus der kerntechnischen Industrie eingelagert. Noch in diesem Jahr soll entschieden werden, ob der Abfall zurückgeholt oder sicher in Asse gelagert werden kann.

AFP