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Corona-Demo in Berlin Attila Hildmann nach Festnahme wieder auf freiem Fuß

Attila Hildmann
Attila Hildmann wird vor der Russischen Botschaft von Polizisten abgeführt.
© Kay Nietfeld / DPA
Noch am Abend wurde er wieder freigelassen: Attila Hildmann ist am Samstagnachmittag bei der Corona-Demo in Berlin von der Polizei in Gewahrsam genommen worden. Er selbst spricht von einem "rechtswidrigen" Akt.

"Mal teilst du aus, mal kriegst du eine reingedrückt, so ist das Leben." Mit diesem Satz kommentiert Attila Hildmann seine Festnahme bei der Corona-Demonstration am Samstagnachmittag in Berlin. Der Vegan-Koch war im Bereich der russischen Botschaft zusammen mit anderen Demonstranten in Polizeigewahrsam genommen worden. Bilder zeigen, wie der 39-jährige Verschwörungstheoretiker von Polizisten festgehalten und abgeführt wurde.

Vor der russischen Botschaft seien 200 Menschen vorübergehend festgenommen worden, bestätigte Berlins Innensenator Andreas Geisel. Dort flogen unter anderem aus einer Menge von rund 3000 sogenannten Reichsbürgern und Rechtsextremisten Steine und Flaschen auf die Polizei, wie er sagte. Laut Polizei gab es dort auch Gefangenenbefreiungen. Zu den genauen Umständen der Festnahme Hildmanns äußerte sich Geisel nicht.

Hildmann, der sich selbst als "ultrarechts" und einen "Verschwörungsprediger" bezeichnet, meldete sich noch am Samstagabend dazu zu Wort. Seine Festnahme sei "rechtswidrig" gewesen, Er widersprach der Darstellung, dass es zu Gewalt gegen Polizisten gekommen sei. Kurz nach 21 Uhr teilte er mit, wieder auf freiem Fuß zu sein.

Attila Hildmann spricht von "rechtswidriger" Festnahme

Hildmann verbreitet im Netz und auf Demonstrationen immer wieder Verschwörungstheorien. Unter anderem glaubt er, dass ein möglicher Corona-Impfstoff "uns tötet" und erkennt die Existenz der Bundesrepublik Deutschland nicht an. Damit vertritt er die gleiche Ansicht wie die sogenannten Reichsbürger.

In den Demonstrationen gegen die staatliche Coronapolitik beteiligten sich am Samstag zirka 40.000 Personen. Menschen mit Reichskriegsflaggen und Nazisymbolen versuchten, den Reichstag zu stürmen. Hildmann sprach von "Helden der deutschen Geschichte". Die Gruppe erreichte die Reichstagstreppe und wurde dort zurückgedrängt.

Politiker fast aller Parteien zeigten sich bestürzt. "Das Reichstagsgebäude ist die Wirkungsstätte unseres Parlaments und damit das symbolische Zentrum unserer freiheitlichen Demokratie. Dass Chaoten und Extremisten es für ihre Zwecke missbrauchen, ist unerträglich", sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) der "Bild am Sonntag".

mai

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