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Bahnhofsprojekt Stuttgart 21: Ramsauer stoppt Kretschmann

Stuttgart will eine Pause, Berlin nicht: Baden-Württembergs Ministerpräsident Kretschmann hat bei Bundesverkehrsminister Ramsauer dafür geworben, die Arbeiten an Stuttgart21 ruhen zu lassen. Doch Bahn und Bund wollen weiterbauen.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) will weiter die Wiederaufnahme der Bauarbeiten des Bahnhofsprojekts Stuttgart 21 verhindern. "Wir werden jetzt Gespräche mit dem Bahnvorstand führen, in der Koalition diskutieren und, wenn es sein muss, noch einmal den Lenkungsausschuss einberufen", sagte Kretschmann am Freitag in Berlin nach einem Gespräch mit Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU). Dieses Gremium mit Vertretern von Bahn, Land und der Stadt Stuttgart könne sich möglicherweise in der kommenden Woche treffen.

Kretschmann war zuvor mit dem Versuch gescheitert, Ramsauer von einer Verlängerung des Bau- und Vergabestopps zu überzeugen. Der CSU-Politiker argumentierte, er sei dafür nicht zuständig. Der Grünen-Politiker bekräftigte, dass der Stresstest für den geplanten Tiefbahnhof noch Teil der Schlichtung zu Stuttgart 21 sei. Somit sei es nicht sinnvoll, vor der Veröffentlichung des Ergebnisses des Leistungstests durch Baumaßnahmen Fakten zu schaffen.

S21-Gegner drohen mit Protest

Die Gegner des Bahnprojekts Stuttgart 21 drohen für den Fall einer Wiederaufnahme der Bauarbeiten mit einer neuen Protestwelle. "Wenn die Bahn einen Zaun um den Südflügel baut, sind die Leute wieder auf der Straße", sagte der Sprecher der sogenannten Parkschützer, Matthias von Herrmann. Massive Baumaßnahmen würden massive Proteste nach sich ziehen. Die Parkschützer bereiteten sich außerdem darauf vor, Baufahrzeuge zu blockieren.

Herrmann sagte voraus, dass demnächst wieder bis zu 30.000 Menschen gegen Stuttgart 21 demonstrieren könnten. Im vergangenen Herbst waren mehrere zehntausend Stuttgart-21-Gegner auf die Straße gegangen. Die Aktivisten fordern das endgültige Aus für das 4,1 Milliarden Euro teure Bauvorhaben.

seh/DPA / DPA