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Zum Islam konvertiert: Brandenburger AfD-Politiker wird Muslim

Der Islam ist das Feindbild Nummer eins für die AfD. Jetzt aber ist ein Brandenburger Parteimitglied konvertiert. Angeblich ist das für die Rechtspopulisten kein Problem.

AfD Islam

Die AfD ist eine anti-islamische Partei

Die Alternative für Deutschland ist ein Partei, die sich dem Kampf gegen die angebliche Islamisierung Deutschlands verschrieben hat. Parteichef Alexander Gauland hatte im Wahlkampf erklärt: "Der Islam ist mit der freiheitlichen, demokratischen Grundordnung Deutschlands nicht vereinbar." Doch jetzt gibt es einen Fall, der in der Partei für Debatten sorgen wird. Der Brandenburger AfD-Politiker Arthur Wagner ist nämlich vom Christentum zum Islam konvertiert, berichtet der Berliner "Tagesspiegel".

Wagner gehört der AfD-Landesspitze seit 2015 als Beisitzer an, er ist dort zuständig für Kirchen und Religionsgemeinschaften. "Die Partei hat damit kein Problem", sagte Landespartei-Sprecher Daniel Fries der DPA. Der Konvertit selbst möchte kein Statement abgeben. Gegenüber dem "Tagesspiegel" sagte er: "Das ist meine Privatsache". Angeblich gebe es bislang auch keine Versuche, ihn zum Rückzug aud dem Landesvorstand zu drängen.

Wagner war in der Flüchtlingshilfe engagiert

Der Neu-Muslim und Russland-Deutsche ist 48 Jahre alt, verheiratet und hat zwei Kinder. Er lebt in Falkensee und wird er als "schillernde Figur beschrieben", schreibt die "Berliner Zeitung". Er habe eine "starke Persönlichkeit und klare Meinung". Multikulti lehne er streng ab. Auch in der Kirche sei er engagiert gewesen, zwei Mal habe er für den Gemeindekirchenrat kandidiert und sei gewählt gewählt worden, bis er schließlich zurücktrat. Es habe jedesmal starke Kritik an der Kandidatur wegen seiner AfD-Mitgliedschaft gegeben.

Zum Islam soll Wagner gefunden haben, weil er sich in der Flüchtlingsarbeit engagiert habe, berichtet eine Pfarrerin der "Berliner Zeitung". Er habe dem Kirchenasyl von zwei Flüchtlingen zugestimmt. In seiner Flüchtlingsarbeit habe er sich vor allem um Tschetschenen gekümmert, weil er Russisch könne und für sie als Dolmetscher fungiert habe. So sei er auch mit dem Islam in Berührung. "Aber er ist noch nicht aus der Kirche ausgetreten“, sagte die Pfarrerin.

Alice Weidel