Bund der Steuerzahler Kein Cent extra für Normalverdiener


2005 sind die Steuern gesunken - die Beiträge für Krankenkasse und Pflegeversicherung aber gestiegen. Unterm Strich stand bei Normalverdienern eine große runde Null, sagt der Bund der Steuerzahler.

Normalverdiener haben im Jahr 2005 keinen Cent mehr in der Tasche gehabt. Das geht aus einer Modellrechnung des Bundes der Steuerzahler hervor, wie die Zeitung "Euro am Sonntag" berichtet. Arbeitnehmer mit niedrigem Einkommen haben sogar Abschläge auf ihr Nettoeinkommen hinnehmen müssen. Der Grund: Das Geld, das durch Steuersenkungen hereinkam, wurde von höheren Beiträgen für Krankenkasse und Pflegeversicherung wieder aufgefressen.

Der Modellrechnung zufolge bekam ein Angestellter - ledig, kinderlos, monatlicher Bruttoverdienst: 2500 Euro - netto exakt 1499,08 Euro ausbezahlt. Ein Jahr zuvor waren es noch 1502,19 Euro gewesen. Selbst viele Verheiratete mit Kindern kamen in diesem Jahr schlechter weg. So verdiente ein Ehepaar mit einem Kind und einem Bruttolohn von 3500 Euro im Monat 2305,26 Euro netto (Steuerklasse III/1). Damit hatte die Familie monatlich knapp sieben Euro weniger als im Vorjahr.

Großverdiener bekamen mehr

Ausgerechnet die Fraktion der Großverdiener konnte dagegen zulegen. So erzielte ein verheiratetes Ehepaar mit zwei Kindern und einem Gesamtbruttoeinkommen von 10.000 Euro pro Monat im abgelaufenen Jahr 5629,12 Euro Nettoverdienst (Steuerklassen III/2 und V). Im Vorjahr waren es rund 80 Euro monatlich weniger gewesen.

DPA DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker