Bundeswehr "Aushängeschild Deutschlands"


Verteidigungsminister Peter Struck hat die Bundeswehr anlässlich ihres 50-jährigen Bestehens als Aushängeschild Deutschlands gewürdigt. Die Bundesregierung will auch zukünftig an der Wehrpflicht festhalten.

Mit einem klaren Bekenntnis zur allgemeinen Wehrpflicht haben Bundeskanzler Gerhard Schröder und Verteidigungsminister Peter Struck die Serie von Feierlichkeiten zum 50. Geburtstag der Bundeswehr eröffnet. Bei dem Festakt im ehemaligen Zeughaus in Berlin sagte Schröder am Dienstag, die Wehrpflicht sei "auch heute eine bewährte Basis für die Bundeswehr". Struck nannte das Miteinander von Wehrpflichtigen und Berufssoldaten das Erfolgsgeheimnis der deutschen Streitkräfte. Beide Reden riefen die Wehrpflichtgegner auf den Plan.

Vor mehr als 700 geladenen Gästen würdigte Schröder den besonderen Charakter der Bundeswehr als Friedensarmee, ihren verfassungsrechtlichen Status als Parlamentsarmee sowie die Konzepte der inneren Führung und des Staatsbürgers in Uniform. Zugleich unterstrich er ihre Funktion als Instrument der Sicherheitspolitik und bekannte sich zur gewachsenen internationalen Verantwortung Deutschlands für eine kooperative Friedenspolitik.

"Im Bedarfsfall auf Militär zurückgreifen"

Der Regierungschef schilderte die verschiedenen zivilen Mittel der Krisenprävention und -bewältigung und fügte hinzu: "Aber wir übernehmen auch, Seite an Seite mit unseren Partnern in der Nato und der Europäischen Union, militärische Verantwortung dort, wo das zur Sicherung des Friedens und zum Schutz der Menschen unumgänglich ist." Frieden könne nicht immer allein mit diplomatischen, politischen und wirtschaftlichen Mitteln gesichert werden. Auch die EU muss deshalb im Bedarfsfall auf militärische Kräfte, aber je nach Anforderungsprofil auch auf zivile Kräfte wie Polizisten, zurückgreifen können.

Struck würdigte den Beitrag der Bundeswehr zur Sicherung des Friedens in den 50 Jahren ihres Bestehens. Sie sei heute eine der angesehensten Institutionen im Lande, ein Aushängeschild Deutschlands. Die innere Führung sei ihr unverwechselbares Markenzeichen und heute so aktuell wie vor 50 Jahren. Struck (SPD) hat die Bundeswehr anlässlich ihres 50-jährigen Bestehens als gewürdigt.

Die Gegner der Wehrpflicht antworteten Schröder und Struck in diversen Pressemitteilungen. Der FDP-Verteidigungsexperte Günther Nolting nannte sie sicherheitspolitisch überflüssig und einen Hemmschuh für die Bundeswehrreform. SPD-Vorstandsmitglied Niels Annen begründete seine Ablehnung der Wehrpflicht im NDR mit der fehlenden Wehrgerechtigkeit, verwies aber darauf, dass die Entscheidung der Sozialdemokraten auf einem Parteitag bim November fallen soll.

Dem Festakt vorausgegangen war ein ökumenischer Gottesdienst im Berliner Dom, den der katholischen Militärbischof Walter Mixa und sein evangelischer Kollege Peter Krug gestalteten. Maßgebend für die Wahl des Datums war, dass am 7. Juni 1955 aus der "Dienststelle Blank" der Regierung Konrad Adenauer das Bundesministerium für Verteidigung hervorgegangen war.

Zapfenstreich vor dem Reichstag

Der Festakt war Auftakt zu einer Reihe von Veranstaltungen im gesamten Bundesgebiet, mit denen die Bundeswehr ihr 50jähriges Bestehen feiern will. Höhepunkt wird am 26. Oktober ein Festakt im Bundestag mit anschließendem Großen Zapfenstreich vor dem Reichstag sein. Abschlussveranstaltung ist am 12. November, dem eigentlichen Geburtstag der Bundeswehr, ein feierliches Rekruten-Gelöbnis am Geburtshaus des preußischen Heeresreformers Gerhard Johann David von Scharnhorst in Bordenau bei Hannover. Am 12. November 1955 waren in Bonn den ersten 101 Freiwilligen der Bundeswehr die Ernennungsurkunden ausgehändigt worden.

AP/DPA AP DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker