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Bundesanwaltschaft ermittelt: CIA droht Anklage wegen Spionage in Deutschland

Im kommenden Jahr könnte es in Deutschland zur ersten Anklage gegen einen US-Geheimdienst wegen Spionage kommen. Laut Bundesanwaltschaft hat sich der Tatverdacht erhärtet.

Der US-Geheimdienst CIA steht im Verdacht, einen BND-Mann bestochen zu haben

Der US-Geheimdienst CIA steht im Verdacht, einen BND-Mann bestochen zu haben

Zum ersten Mal könnte im kommenden Jahr in Deutschland Anklage gegen einen US-Nachrichtendienst wegen Spionage erhoben werden. Der Tatverdacht gegen einen BND-Mitarbeiter, der gegen Geld geheime Dokumente an den US-Geheimdienst CIA weitergegeben haben soll, habe sich erhärtet, sagte Generalbundesanwalt Harald Range am Donnerstag in Karlsruhe.

Die Ermittlungen würden voraussichtlich in den kommenden Monaten abgeschlossen, im Frühjahr könne die Anklage folgen. Es wäre den Angaben zufolge die erste Anklage gegen einen US-Geheimdienst wegen Spionage in der Geschichte der Bundesrepublik.

Hinweise verdichten sich

Laut Range verdichten sich die Hinweise, dass der BND-Mann rund 200 Dokumente unterschiedlicher Geheimhaltung an die CIA weitergereicht hat und dafür bezahlt wurde. Der Fall hatte im Sommer für erhebliches Aufsehen und Verstimmungen zwischen Berlin und Washington gesorgt.

Die Bundesregierung forderte den bisherigen offiziellen Repräsentanten der US-Geheimdienste in Deutschland zum Verlassen der Bundesrepublik auf.

tob/AFP / AFP