CSU-Vorsitz Huber hält sich für die bessere Wahl


Hätten die Wähler das Sagen, würde Horst Seehofer neuer Parteivorsitzender der CSU werden. In Umfragen liegt er klar vor seinem Konkurrenten Erwin Huber. Der stellte einen Tag vor dem Showdown in der Staatskanzlei klar, dass er die bessere Wahl sei.

Kurz vor dem nächsten Krisengespräch über die Nachfolge von Edmund Stoiber am Freitag hat der bayerische Wirtschaftsminister Erwin Huber seinen Anspruch auf den CSU-Vorsitz bekräftigt. "Ich habe meine Bewerbung um den Parteivorsitz formuliert, weil ich glaube, dass das Tandem Beckstein/Huber die bessere Lösung für Land und Partei ist", sagte Huber mit Blick auf seinen innerparteilichen Rivalen Horst Seehofer der "Augsburger Allgemeinen". Innenminister Günther Beckstein ist als Nachfolger Stoibers im Amt des bayerischen Ministerpräsidenten vorgesehen.

Seehofer hält an Führungsanspruch fest

Auch der Bundeslandwirtschaftsminister und stellvertretende CSU- Vorsitzende Seehofer hatte seinen Führungsanspruch am Mittwochabend im ZDF noch einmal angemeldet. Am Freitag kommen Huber, Seehofer und weitere CSU-Spitzenpolitiker erneut mit Stoiber zusammen, um eine Lösung zu suchen. Seehofer hält ein Ende der Nachfolgedebatte erst auf dem Parteitag im September für denkbar. "Das wäre keine Belastung für eine Partei, wenn die Debatte bis dahin vernünftig geführt wird", sagte er in der ZDF-Sendung "Was nun?". "Vielleicht kommen wir am Freitag nicht zu Ende." Seehofer sieht zwischen sich und Huber keine Richtungsentscheidung.

Der bayerischen Wissenschaftsminister Thomas Goppel hat sich gegen eine schnelle Vorentscheidung über den künftigen CSU-Vorsitzenden ausgesprochen. Wenn die beiden Kandidaten sich nicht einigten, seien noch einige Wochen nötig, um die Alternativen mit den Mitgliedern zu besprechen, sagte Goppel der "Berliner Zeitung" (Donnerstag). Der Minister warf der CSU-Führung vor, nicht klarer gegen die innerparteiliche Kritikerin Gabriele Pauli vorgegangen zu sein. "Es wäre schon früher dringend notwendig gewesen, Frau Pauli zu sagen, dass ihr Stil nicht akzeptabel ist", sagte Goppel. Er warf der Fürther Landrätin parteischädigendes Verhalten vor und kündigte deutlichen Widerstand gegen ihre geplante Kandidatur für den stellvertretenden Parteivorsitz an.

Keine Belastung der Großen Koalition

Kanzleramtschef Thomas de Maizière sieht keine Belastung der großen Koalition in Berlin darin, dass CSU-Chef Stoiber nach seiner Rücktrittsankündigung für September als Ministerpräsident auf Abruf gesehen wird. "Nein, warum auch? Bis zum Amtswechsel ist der Eine Amtsinhaber, dann kommt der Neue", sagte de Maizière auf "netzeitung.de".

DPA DPA

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