DDR-Akten Ungebrochenes Interesse an Stasi-Unterlagen


Das Interesse an den Stasi-Unterlagen ist noch immer groß. Nach Angaben der Bundesbeauftragten für die Unterlagen der Staatssicherheit, Marianne Birthler, beantragen monatlich 7000 bis 10 000 Menschen eine Akteneinsicht.

Das Interesse an Akten der DDR-Staatssicherheit ist unvermindert groß und auf über zwei Millionen Anträge auf persönliche Einsicht angewachsen. Insgesamt seien 5,13 Millionen Anträge rund um das Thema Stasi-Akten eingegangen, erklärte die Beauftragte der Bundesregierung, Marianne Birthler, am Freitag in Berlin. Anlässlich des bevorstehenden 50. Jahrestags des Volksaufstandes in der DDR am 17. Juni bereitet ihre Behörde zahlreiche Veranstaltungen vor.

Zu den insgesamt über fünf Millionen Anträgen seien auch 2,7 Millionen Ersuchen, über 380.000 Anträge auf Rehabilitierung, Wiedergutmachung und Strafverfolgung sowie 14.000 Anträge von Forschern und Journalisten zu zählen, erklärte Birthler. Noch im vergangenen Jahr waren Stasi-Akten über Prominente nach einer Klage von Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl der Öffentlichkeit entzogen worden. Nach sechsmonatiger Sperre trat im September 2002 eine Neuregelung in Kraft, die wieder eine Einsicht ermöglichte.

16 Kilometer Unterlagen in Säcken

Birthler erklärte weiter, rund 1,8 der zwei Millionen Anträge auf Akteneinsicht seien bereits abschließend bearbeitet. Inzwischen seien im Archiv etwa zwei Drittel des ungeordnet hinterlassenen Schriftgutes aus der Ex-DDR nutzbar. Nicht mitgerechnet seien dabei die rund 16 Kilometer Unterlagen, die von Mitarbeitern des Ministeriums für Staatssicherheit während der Wende zerrissen wurden und die jetzt in Säcken aufbewahrt würden, sagte Birthler. Seit Februar 1995 seien mehr als eine halbe Million Seiten wieder zusammengefügt worden.

Für die Vorbereitungen zu den 17.-Juni-Feierlichkeiten ist unter anderem der Internet-Auftritt der Bundesbeauftragten erweitert worden. Darüber hinaus stellte Birthler das Buch "17. Juni 1953: Volksaufstand in der DDR" von Autor Ilko-Sascha Kowalczuk vor, das in der Edition Temmen (Bremen) erschienen ist.

DPA

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