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Nach Birthler und Gauck Roland Jahn soll neuer Herr der Stasi-Unterlagen werden


Der ostdeutsche Rundfunkjournalist Roland Jahn soll neuer Leiter der Stasiakten-Behörde werden. Das Bundeskabinett nominierte den 57-Jährigen auf seiner Sitzung am Dienstag für die Nachfolge von Amtsinhaberin Marianne Birthler. Die Entscheidung muss noch vom Bundestag abgesegnet werden.

Das Bundeskabinett hat den Bürgerrechtler und Journalisten Roland Jahn als neuen Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen nominiert. Das Kabinett schlug dem Bundestag am Dienstag offiziell vor, den 57-Jährigen Jahn zum Nachfolger der jetzigen Chefin der Stasi-Unterlagen-Behörde, Marianne Birthler zu wählen. Kulturstaatsminister Bernd Neumann nannte Jahn "eine überzeugende Persönlichkeit mit hohem Ansehen und breiter Akzeptanz".

Neumann rechnet damit, dass Jahn im Bundestag mit großer Mehrheit gewählt wird. Er werde die Herausforderungen, die in den nächsten Jahren inhaltlich und strukturell auf die Behörde zukämen, mit großer Sachkenntnis und Professionalität meistern, sagte Neumann. Jahn habe sich in der DDR mutig gegen die Diktatur gestellt und sich für Freiheit und Demokratie eingesetzt. Neumann sagte, er habe allen Fraktionsvorsitzenden im Bundestag vorgeschlagen, Jahn zu einem Vorstellungsgespräch einzuladen. Birthlers Mandat endet am 14. März 2011.

Jahn war Mitbegründer der Jenaer Friedensbewegung und galt als einer der ärgsten Feinde des Ostberliner Regimes. Nach politischer Verfolgung und Verhaftungen wurde er 1983 zwangsweise ausgebürgert. Von Westberlin aus organisierte er weiter die Unterstützung der DDR-Opposition. Seit 1991 arbeitet Jahn als Fernsehredakteur. Für seine politische Arbeit wurde ihm 1998 das Bundesverdienstkreuz verliehen.

Die Amtszeit des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen beträgt fünf Jahre. Er kann einmal wiedergewählt werden. Birthler kann sich nach zwei Amtszeiten nicht zur Wiederwahl stellen.

DAPN/AFP

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