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Debatte um Laufzeitverlängerung Röttgen fordert Glaubwürdigkeit


Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) hat die schwarz-gelbe Koalition dazu aufgefordert, den Kurswechsel in der Energiepolitik wirklich zu vollziehen. Die sei für die Glaubwürdigkeit der Regierung notwendig.

Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) hat von der schwarz-gelben Koalition gefordert, sich von der Laufzeitverlängerung für die deutschen Atomkraftwerke endgültig zu verabschieden. Union und FDP müssten "klar sagen: Wir korrigieren unsere Beschlüsse vom vergangenen Herbst", sagte Röttgen in einem am Sonntag vorab veröffentlichten Interview der Zeitschrift "Super Illu". Der Kurswechsel in der Energiepolitik müsse klar benannt und "auch wirklich vollzogen" werden, um der Bundesregierung Glaubwürdigkeit zu verleihen. Dabei solle die Koalition auf eine Zusammenarbeit mit der Opposition setzen, um eine breite parlamentarische Mehrheit zu erreichen.

Röttgen äußerte auch Zweifel an der Sicherheit der deutschen Akw. "In Japan sind die durchaus strengen Sicherheitsannahmen, die man aufgrund bekannter Risiken getroffen hatte, von der Natur widerlegt worden", sagte der Minister. Auch das deutsche Sicherheitskonzept basiere auf Annahmen etwa bezüglich eines Erdbebens, eines Hochwassers, eines Stromausfalls oder eines Flugzeugabsturzes. "Auf der Basis dieser Annahmen konnten wir sagen: Unsere Kernkraftwerke sind sicher. Aber jetzt müssen wir uns fragen: Stimmen unsere Annahmen überhaupt?"

So sei etwa der Schutz gegen Flugzeugabstürze bei den deutschen Atomkraftwerken sehr unterschiedlich - von "gar nicht vorhanden" bis "relativ gut", sagte Röttgen. "Aber es stimmt: Auf den Absturz eines großen Verkehrsflugzeuges ist keine dieser Anlagen ausgelegt."

cjf/AFP AFP

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