stern-Umfrage
Wird der Sozialstaat unbezahlbar? Das sind die Ängste der Deutschen

Friedrich Merz äußerte sich auf der Vorstandssitzung der CDU zur Debatte um den Sozialstaat
Bundeskanzler Friedrich Merz hat sich für die Reform des Sozialstaats weitere Vorschläge aus der eigenen Partei verbeten – zumindest während der Landtagswahlkämpfe in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz
© dts Nachrichtenagentur / Imago Images
Kanzler Friedrich Merz hält den heutigen Sozialstaat nicht mehr für finanzierbar. Das sehe viele Bürger genauso. Aber die Reformideen der CDU überzeugen sie nicht.

Vertreter der CDU überbieten sich derzeit mit Vorschlägen zur Reform des Sozialstaates: weniger Teilzeit, kürzerer Bezug von Arbeitslosengeld, keine Erstattung von Zahnarztkosten mehr für Kassenpatienten. Bisherige Umfragen zeigen: Jede vorgebrachte Einzelidee wird von einer Mehrheit der Bürger klar abgelehnt. Handlungsdruck wird aber trotzdem gesehen.

Zwei Drittel in Sorge um den Sozialstaat

64 Prozent der Deutschen halten den Sozialstaat in seiner heutigen Form nicht mehr für finanzierbar. Das ergab eine Forsa-Umfrage für den stern. 34 Prozent widersprechen dieser Einschätzung. Zwei Prozent äußern sich nicht. Damit unterstützen knapp zwei Drittel der Deutschen eine Aussage von Kanzler Friedrich Merz (CDU), der schon vor einigen Monaten gesagt hatte: "Der Sozialstaat, wie wir ihn heute haben, ist mit dem, was wir volkswirtschaftlich leisten, nicht mehr finanzierbar." 

Die Zweifel an der Finanzierbarkeit des Sozialstaates sind vor allem bei den Anhängern der Union (79 Prozent) und der AfD (84 Prozent) groß. Aber auch die Mehrheit der Wähler der SPD sieht das so (58 Prozent). Damit zeigen sich klare Unterschiede im linken Lager: Die Mehrheit der Anhänger der Grünen (57 Prozent) und der Linke (66 Prozent) sieht keine grundsätzlichen Finanzprobleme des Sozialstaates.

Unterschiede gibt es im Ost-West-Vergleich: 65 Prozent der Bürger der alten Bundesländer sehen die Bezahlbarkeit des Sozialstaats in Gefahr, aber nur 58 Prozent in den neuen Bundesländern. Auch bei den Einkommensgruppen ergibt sich ein differenziertes Bild: Deutschen mit einem Haushaltsnettoeinkommen von unter 2500 Euro im Monat machen sich zu 58 Prozent Sorgen um die Finanzierung des Sozialstaates. Deutlich skeptischer sind die Besserverdienenden. Wer über monatlich 4000 Euro oder mehr verfügt, sieht zu 67 Prozent Probleme bei der Aufrechterhaltung der Sozialleistungen. 

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Die Daten wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut forsa für den stern und RTL Deutschland am 5. Und 6. Februar 2026 erhoben. Datenbasis: 1006 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: +/- 3 Prozentpunkte. Damit ist die Umfrage repräsentativ.

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