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Deutsche Atomdebatte: Brüderle warnt vor zu schnellem Ausstieg

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) warnt vor einem vorschnellen Ausstieg aus der Atomenergie. Eine Energiewende sei so schnell wie möglich anzustreben, müsse aber machbar und sicher sein. Die Linke forderte Bundespräsident Christian Wulff auf, sich an der Debatte zu beteiligen.

Rainer Brüderle, Bundeswirtschaftsminister, hat vor einem zu raschen Ausstieg aus der Atomenergie gewarnt. "Die Energiewende muss zügig kommen, sie muss aber machbar und sicher sein", sagte der FDP-Politiker der "Bild"-Zeitung. Das Zeitalter der Erneuerbaren Energien solle zwar so schnell wie möglich erreicht werden, sagte Brüderle. "Aber wir müssen den Menschen ehrlich sagen: Ohne neue Leitungen wird es nicht gehen, und vermutlich auch nicht zum Nulltarif."

Führende Politiker von FDP und Union fordern das endgültige Aus für die alten Atomkraftwerke, die im Zuge des Moratoriums vom Netz genommen wurden. Die Bundesregierung betonte hingegen, es bleibe dabei, dass Entscheidungen erst am Ende des dreimonatigen Moratoriums Mitte Juni getroffen würden. Vor allem FDP-Generalsekretär Christian Lindner hatte für Furore gesorgt, weil er forderte, die sieben abgeschalteten AKW nicht mehr ans Netz zu nehmen.

Angesichts des Streits über die Atompolitik rief die Linkspartei Bundespräsident Christian Wulff zu einer aktiveren Rolle auf. "Er muss als Staatsoberhaupt die Barriere zwischen Menschen und Politik durchbrechen", sagte Linksparteichef Klaus Ernst der "Leipziger Volkszeitung". "Der Bundespräsident muss in die Atomdebatte aktiver eingreifen." Er müsse sich an die Bürger wenden und der Bundesregierung klar machen, "dass wir statt einem Moratorium ein richtiges Ausstiegsgesetz brauchen", forderte Ernst.

cjf/DPA / DPA