Deutschland-Besuch Obama in Dresden gelandet


Begleitet von immensen Sicherheitsvorkehrungen ist die Air Force One mit Barack Obama am Abend in Dresden gelandet. Für seinen dritten Deutschlandbesuch binnen eines Jahres hat sich der US-Präsident einiges vorgenommen - dabei dauert sein Aufenthalt erstaunlich kurz.

US-Präsident Barack Obama ist zu einem Kurzbesuch in Deutschland eingetroffen. Das Staatsoberhaupt landete am Donnerstagabend kurz vor 21 Uhr auf dem Flughafen in Dresden. Danach wurde er in sein Hotel in der Altstadt gebracht. Obama wird dort am (morgigen) Freitagvormittag von Bundeskanzlerin Angela Merkel offiziell empfangen.

Obamas Besuch löst erhebliche Sicherheitsvorkehrungen aus. Die historische Dresdner Altstadt wurde abgeriegelt. Außerdem informierte die Bahn ihre Fahrgäste am Abend, wegen der Ankunft Obamas sei der gesamte Zugverkehr rings um Dresden gesperrt worden. Reisende berichteten, ihr ICE wurde für mehr als eine Stunde angehalten.

Merkel hob vor dem Treffen die historische Dimension des Besuchs hervor und würdigte zugleich das deutsch-amerikanische Verhältnis als einzigartig. Obama sei "ein guter Freund, ein enger Verbündeter und wichtiger Partner" Deutschlands, schrieb sie in einem Beitrag für die "Sächsische Zeitung". Die Stationen seiner Reise - das im Krieg zerstörte und danach wiederaufgebaute Dresden und das ehemalige Konzentrationslager Buchenwald - seien Orte mit hoher Symbolkraft. Dresden stehe für Leid und Zerstörung, aber auch für Versöhnung und Wiederaufbau, schrieb Merkel. Ein Ort wie Buchenwald sei "immerwährende Mahnung und Verpflichtung, Extremismus und Terror, Gewalt und Unrecht entschlossen entgegenzutreten".

Besichtigung der Frauenkirche geplant

An dem Programm des dritten Deutschlandbesuchs Obamas innerhalb eines Jahres wurde bis zuletzt gefeilt. In Dresden wird Obama nun doch gemeinsam mit Merkel die symbolträchtige Frauenkirche besichtigen, die 1945 bei Angriffen britischer und amerikanischer Flieger zerstört und zwischen 1994 und 2005 auch mit US-Spendengeldern wiederaufgebaut wurde. In den politischen Gesprächen im Residenzschloss wird es unter anderem um die Wirtschaftskrise, die Atomstreitigkeiten mit dem Iran und Nordkorea, die Russlandpolitik, die Lage in Afghanistan und Pakistan und um die Rettungsaktion für den Autobauer Opel gehen. Auch die von den USA gewünschte, in Deutschland aber höchst umstrittene Aufnahme von Gefangenen aus Guantanamo könnte Thema sein.

Die Kanzlerin wird Obama anschließend nach Buchenwald begleiten. Der Besuch des ehemaligen Konzentrationslagers ist aus amerikanischer Sicht der wichtigste Programmpunkt. Ein Großonkel Obamas war 1945 als Obergefreiter der US-Armee an der Befreiung eines Nebenlagers beteiligt. Der US-Präsident und die Kanzlerin werden vom Holocaust-Überlebenden und Friedensnobelpreisträger Elie Wiesel durch die Gedenkstätte geführt. Der heute 80-Jährige war von Januar 1945 bis zur Befreiung im April in Buchenwald inhaftiert und soll Obama auf die Idee gebracht haben, das Lager zu besuchen.

Während seines 20-stündigen Aufenthalts wird Obama neben Dresden und Buchenwald auch das US-Militärhospital Landstuhl besuchen. Nach seinem Kurzaufenthalt in Deutschland reist Obama nach Frankreich weiter, wo er am Samstag an den Feierlichkeiten zum 65. Jahrestag der Invasion alliierter Truppen in der Normandie teilnimmt.

AP/DPA/Reuters AP DPA Reuters

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