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Flüchtlinge: Deutschland schiebt mehr Asylbewerber ab

Bis zu 200.000 Menschen suchen in diesem Jahr in Deutschland Schutz vor Krieg und Verfolgung in ihrer Heimat. Mit der Zahl der Asylanträge steigt auch die Zahl der Abschiebungen.

Mehr Asylbewerber, mehr Abschiebungen: 2014 stiegen beide Zahlen in Deutschland deutlich

Mehr Asylbewerber, mehr Abschiebungen: 2014 stiegen beide Zahlen in Deutschland deutlich

Mit der deutlichen Zunahme an Asylanträgen in Deutschland steigt einem Bericht zufolge auch die Zahl der Abschiebungen. Bis Oktober zählten die Behörden in diesem Jahr bereits 9255 Abschiebungen, wie die "Rheinische Post" unter Berufung auf Erhebungen des Bundesinnenministeriums berichtet. In den Jahren zuvor habe die Zahl zu diesem Zeitpunkt stets zwischen 7000 und 8000 gelegen. 2013 sind nach Behördenangaben insgesamt etwa 10.000 Menschen abgeschoben worden.

In Deutschland leben derzeit mehr als 100.000 Geduldete - also Menschen, deren Asylantrag keinen Erfolg hatte, die aus verschiedenen Gründen aber nicht abgeschoben werden. Die Bundesregierung hatte Anfang Dezember umfangreiche Änderungen im Aufenthaltsgesetz auf den Weg gebracht. Sie sehen auf der einen Seite ein Bleiberecht für gut integrierte Migranten vor. Zugleich sollen kriminelle Ausländer, aber auch andere Menschen ohne Aufenthaltsberechtigung einfacher abgeschoben werden.

Für das gesamte Jahr 2014 werden insgesamt 200.000 Asylanträge erwartet, im kommenden Jahr 230.000. 2013 hatten 127.000 Menschen Asyl in Deutschland beantragt.

swd/DPA / DPA