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Die Morgenlage Christchurch-Attentäter muss für den Rest seines Lebens ins Gefängnis

Christchurch: Medienvertreter versammeln sich vor dem Gebäude des High Court
Medienvertreter versammeln sich vor dem Gebäude des High Court, wo das historische Urteil gegen den Attentäter von Christchurch gefallen ist
© Sanka Vidanagama / AFP
Einmaliges Urteil in Neuseeland gefallen +++ 1507 neue Corona-Infektionen in Deutschland +++ EU-Handelskommissar Hogan tritt nach Bruch von Corona-Regeln zurück +++ Die Nachrichtenlage am Donnerstag.

Guten Morgen, liebe Leserin, lieber Leser,

in Neuseeland ist in der Nacht ein historisches Urteil gefallen. Der Attentäter von Christchurch wird nie wieder aus dem Gefängnis kommen. Ein wenig Trost für die Opfer, deren Leben der Rechtsextremist für immer verändert hat. Ein solches Strafmaß ist bisher einzigartig in Neuseeland. "Ich hoffe, heute ist der letzte Tag, an dem wir Anlass haben, den Namen des dahinter stehenden Terroristen zu hören oder auszusprechen", kommentierte Premierministerin Jacinda Ardern das Urteil.

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag

Wir haben für Sie zusammengefasst, was in der Nacht passiert ist:

Christchurch-Attentäter muss für den Rest seines Lebens ins Gefängnis

Der Attentäter von Christchurch muss für den Rest seines Lebens in Haft. Richter Cameron Mander verurteilte den 29-jährigen Rechtsextremisten aus Australien zu einer lebenslangen Haftstrafe ohne Möglichkeit auf vorzeitige Entlassung. Er kam damit auch der Forderung der Staatsanwaltschaft nach. Ein solches Strafmaß hat es in Neuseeland bisher noch nie gegeben. Der Australier hatte im März 2019 zwei Moscheen in Neuseeland angegriffen und 51 Menschen getötet. 50 weitere wurden teilweise lebensgefährlich verletzt.

Das minutiös geplante Massaker übertrug der Täter per Helmkamera ins Internet. Das Verbrechen gilt als das schlimmste in der jüngeren Geschichte des Pazifikstaats. Viele Überlebende leiden bis heute unter den Folgen, sind arbeitsunfähig oder müssen mit starken Schmerzen leben. In Folge der Tat verschärfte die Regierung die Waffengesetze.

1507 neue Corona-Infektionen in Deutschland

Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen mit 237.936 angegeben - ein Plus von 1507 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 239.010 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte insgesamt 9285 Todesfälle und damit fünf mehr als am Vortag. Die JHU zählte ebenfalls 9285 Tote. Die Zahl der Genesenen lag laut RKI bei etwa 211.900.

Mehr als 47.000 Corona-Neuinfektionen an einem Tag in Brasilien 

Das von der Corona-Pandemie stark betroffene Brasilien hat ein halbes Jahr nach dem ersten Corona-Fall mehr als 47.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden registriert. Damit haben sich insgesamt mehr als 3,7 Millionen Menschen mit dem Virus angesteckt, wie das Gesundheitsministerium in Brasília mitteilte. 1085 Tote wurden zwischen Dienstagabend und Mittwochabend erfasst, 117.665 Patienten sind in dem größten und bevölkerungsreichsten Land in Lateinamerika bislang gestorben.

Polizei-Gewerkschaftschef: Wer Sicherheit schätzt, stimmt für Trump

Ein einflussreicher US-Polizeigewerkschaftschef hat die Amerikaner aufgerufen, US-Präsident Donald Trump im Amt zu bestätigen, wenn sie "die Sicherheit ihrer Familie und ihrer Liebsten schätzen". Trump stehe für die Gesetzeshüter ein, sagte Michael McHale vom Verband der Polizeigewerkschaften NAPO (National Association of Police Organisations) auf dem Parteitag der Republikaner am Mittwoch. Das Gespann der Demokraten aus Präsidentschaftskandidat Joe Biden und Vize Kamala Harris sei dagegen "so radikal gegen die Polizei wie noch nie in der Geschichte".

Polizei nimmt 17-Jährigen wegen tödlicher Schüsse bei Protesten in Kenosha fest

Nach tödlichen Schüssen auf zwei Menschen während der Proteste gegen Polizeigewalt im US-Bundesstaat Wisconsin ist ein 17-Jähriger festgenommen worden. Die Polizei nahm den Teenager in Antioch im benachbarten Bundesstaat Illinois in Gewahrsam, wie die Behörden mitteilten. Er wurde formell des Mordes beschuldigt und sollte nach Wisconsin überstellt werden. In der Stadt Kenosha in Wisconsin waren bei den Protesten am Dienstagabend zwei Menschen getötet worden, als ein Schütze - mutmaßlich der 17-Jährige - mit einem Sturmgewehr das Feuer eröffnete. Ein dritter Mensch wurde verletzt. Die beiden Todesopfer waren 26 und 36 Jahre alt, der Verletzte ist 26 Jahre alt. Die genauen Hintergründe der Tat sind vorerst unklar.

EU-Handelskommissar Hogan tritt nach Bruch von Corona-Regeln zurück

EU-Handelskommissar Phil Hogan hat wegen Verstößen gegen Corona-Regeln seiner Heimat Irland seinen Rücktritt erklärt. "Es wurde immer klarer, dass die Kontroverse wegen meines jüngsten Besuchs in Irland von meiner Arbeit als EU-Kommissar ablenkte und meine Arbeit in den wichtigen nächsten Monaten untergraben würde", begründete Hogan seinen am späten Mittwochabend vollzogenen Schritt. "Ich respektiere seine Entscheidung", erklärte Kommissionschefin Ursula von der Leyen. Er sei ein wertvolles und respektiertes Mitglied der Kommission gewesen. "Für seine Zukunft wünsche ich ihm alles Gute", fügte sie hinzu. Der 60-jährige Hogan hatte laut Regierung in Dublin bei mehreren Gelegenheiten gegen die Corona-Regeln seines Heimatlamdes verstoßen.

Ein Polizeibeamter schießt mit seiner Elektroschockpistole auf eine unbewaffnete Frau.

Was heute wichtig wird

Das sind die wichtigsten Themen und Termine des Tages:

Erstmals wieder Corona-Treffen der Ministerpräsidenten mit Merkel

Erstmals seit Juni beraten ab 11 Uhr die Ministerpräsidenten der Länder wieder mit Kanzlerin Angela Merkel über die Lage in der Corona-Krise. Ein zentrales Thema der Videokonferenz dürfte die künftige Strategie bei Corona-Tests für Reisende sein. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) verteidigte seinen Vorschlag, für Rückkehrer nach der Sommerreisesaison keine kostenlosen Tests mehr anzubieten, die Testpflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten wieder abzuschaffen und stattdessen stärker auf die Quarantäneregel zu setzen. 

EU-Haushalt: Verhandlungen mit dem Europaparlament starten

Fünf Wochen nach der Einigung der EU-Staaten auf ein 1,8 Billionen Euro schweres Haushaltspaket beginnen in Brüssel Verhandlungen mit dem Europaparlament. Die Abgeordneten verlangen Nachbesserungen und drohen anderenfalls mit einem Veto. Deutschland leitet die Verhandlungen, da es in diesem Halbjahr den Vorsitz der EU-Länder führt.

Außenminister beraten über Belarus-Sanktionen und Streit mit Türkei

Die Außenminister der EU-Staaten beraten an diesem Donnerstag und Freitag über die geplanten Sanktionen gegen Belarus und mögliche Reaktionen auf die Entwicklungen im Erdgaskonflikt mit der Türkei. Nach Angaben von EU-Beamten könnten die geplanten Sanktionen gegen Belarus in einem ersten Schritt etwa 15 bis 20 Personen treffen, die an Wahlfälschungen und Repressionen beteiligt gewesen sind. Ziel sei es, in Berlin eine politische Grundsatzeinigung auf bestimmte Namen und die Sanktionsprinzipien zu erzielen, hieß es.

Bund und Kohle-Länder geben Startschuss für Hilfe beim Strukturwandel

Die Bundesregierung und die vier Braunkohle-Länder geben um 15 Uhr in Berlin den Startschuss für die Hilfen des Bundes beim Strukturwandel. Der Kohleausstieg bis spätestens 2038 ist beschlossen - in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen sollen deswegen neue, zukunftsfähige Jobs geschaffen und Regionen attraktiver gemacht werden. Dafür konstituiert sich ein Koordinierungsgremium von Bund und Ländern, zudem soll eine Bund-Länder-Vereinbarung zu den geplanten Investitionen unterzeichnet werden. Der Bund will bis zur 40 Milliarden Euro in die Braunkohle-Regionen stecken. 

Agrarminister beraten über bessere Tierhaltung

Die Agrarminister von Bund und Ländern beraten ab 11 Uhr in Berlin darüber, wie das Leben von Schweinen, Kühen und anderen Nutztieren verbessert werden kann. Bei der Sondersitzung zum Tierwohl geht es um Vorschläge, die ein sogenanntes Kompetenznetzwerk unter Leitung des früheren Bundesagrarministers Jochen Borchert (CDU) erarbeitet hat. Dazu gehört, Fleisch und andere tierische Produkte zu verteuern. 

Prozess um Gleisattacke: Psychiatrisches Gutachten erwartet

Im Prozess um die tödliche Gleisattacke am Frankfurter Hauptbahnhof soll am Donnerstag ein Sachverständiger sein psychiatrisches Gutachten vorlegen. Möglicherweise halten danach die Staatsanwaltschaft, die Verteidigung und die Nebenkläger ihre Plädoyers.

Wir wünschen Ihnen einen schönen Tag, Ihre stern-Redaktion!

ivi DPA AFP

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