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Drohne ohne Flugzulassung Alarm schon unter Verteidungsminister Jung


Wie der "Spiegel" berichtet, waren die massiven Probleme mit "Euro Hawk" schon im Sommer 2009 bekannt. Verteidigungsminister war damals Franz-Josef Jung - aktueller Spitzenkandidat der Hessen-CDU.

Die Bundeswehr hat nach einem "Spiegel"-Bericht bereits im Sommer 2009 Hinweise auf massive Probleme bei der Aufklärungsdrohne "Euro Hawk" gehabt. Bundeswehr-Prüfer hätten seinerzeit Alarm geschlagen. Das zeigten interne Dokumente der für die Prototypenprüfung zuständigen Abteilung beim Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw). Bislang war man davon ausgegangen. dass das Verteidigungsministerium die Probleme bei der Zulassung für den europäischen Luftraum erst Ende 2011 kannte. Diese haben inzwischen zu einem Stopp des Projekts geführt. Im Sommer 2009 war der aktuelle Spitzenkandidat der hessischen CDU, Franz-Josef Jung Verteidigungsminister, nach der damaligen Bundestagswahl übernahm Karl-Theodor zu Guttenberg das Amt.

Dem "Spiegel"-Bericht zufolge flogen erstmals im Sommer 2009 Fachleute der Koblenzer Behörde nach Kalifornien, um den Bau der Drohne zu begutachten. Aus der Gruppe sei ein alarmierender Bericht nach Hause geschickt worden. Bei der Ankunft sei das Fluggerät bereits vollständig fertiggestellt gewesen, herstellungsbegleitende Prüfungen seien daher unmöglich gewesen. Northrop Grumman habe den Beamten auch keine anerkannten Bauunterlagen zur Verfügung gestellt. Beim Test des Kraftstoffsystems sei ihnen der Zutritt von der US-Luftwaffe verweigert worden.

Keine Flugtauglichkeit bescheinigt

Die Unterlagen aus dem Beschaffungsamt legen laut "Spiegel" nahe, dass die deutschen Prüfer möglicherweise gar nicht befugt waren, die Flugtauglichkeit der neuen Drohne zu bescheinigen. Dazu hätte Northrop Grumman die Beamten ausführlich über die technischen Details aufklären müssen. Das soll nicht geschehen sein. Schon aus Eigenschutz weigerten sich die Beamten zunächst, die Prototypenprüfung fortzuführen. Denn bei Unfällen mit tödlichen Folgen hätte die ganze Verantwortung bei ihnen gelegen.

lk/DPA DPA

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