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Ermittlungen gegen Ex-Ministerpräsidenten Mappus ließ offenbar Daten vernichten


Alltag oder Vertuschung? Die Festplatte des ehemaligen Ministerpräsidenten Mappus ist laut einem Bericht zerstört worden. Gegen den Politiker wird wegen des umstrittenen EnBW-Deals ermittelt.

Der ehemalige baden-württembergische Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) hat nach seiner Abwahl im Jahr 2011 die Festplatte seines Computers zerstören lassen. Das berichtet die "Stuttgarter Zeitung". Der Datenträger sei ausgebaut und mit Hilfe von Beamten des Staatsministeriums vernichtet worden, schreibt das Blatt. Die Staatsanwaltschaft hatte von diesen Vorgängen nach eigenen Angaben vom Donnerstag bisher keine Kenntnisse gehabt. Sie versuche aber im Zuge der Ermittlungen gegen Mappus wegen Untreue in Zusammenhang mit dem milliardenschweren EnBW-Deal, möglicherweise gelöschte Daten wiederherzustellen.

Laut dem Bericht nennen die Anwälte von Mappus das Vorgehen ihres Mandanten eine "völlig übliche Verfahrensweise". Auf dem Datenspeicher seien vor allem zahlreiche CDU-Dateien und private Dateien gewesen.

Hoher finanzieller Schaden befürchtet

Der frühere baden-württembergische Ministerpräsident muss wegen des umstrittenen EnBW-Deals mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hatte nach langem Zögern Anfang Juli ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Untreue eingeleitet. Die Ermittler durchsuchten Wohnungen und Büros des ehemaligen Regierungschefs unter anderem in Pforzheim und Stuttgart.

Mappus soll Ende 2010 den Kauf von 45 Prozent des Karlsruher Energieversorgers EnBW für 4,7 Milliarden Euro nicht ausreichend vorbereitet und dadurch zu viel bezahlt haben. Dem Land könnte ein hoher finanzieller Schaden entstanden sein, erklärte die Anklagebehörde.

Auch gegen Mappus' damaligen Berater Dirk Notheis, Deutschlandchef der Investmentbank Morgan Stanley, wird wegen Beihilfe zur Untreue ermittelt. Bei dem alten Freund von Mappus aus Zeiten der Jungen Union wurden Wohnungen und Geschäftsräume durchsucht, darunter am Sitz der Bank in Frankfurt am Main.

Manuela Pfohl/mit Agenturen

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