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EU-Kommissar: Schäuble nach Brüssel? "Frei erfunden"

Dass der Posten des deutschen EU-Kommissars künftig von der Union besetzt wird, scheint klar. Kandidaten für die Nachfolge des SPD-Politikers Günter Verheugen gibt es viele, jetzt wurde Innenminister Wolfgang Schäuble ins Spiel gebracht. Doch sein Sprecher dementiert strikt.

Das Bundesinnenministerium hat eine Meldung mit aller Entschiedenheit zugewiesen, wonach Wolfgang Schäuble als neuer deutscher EU-Kommissar vorgesehen ist. Ein Ministeriumssprecher dementierte am Donnerstag einen Bericht der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung", nach dem Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihr Parteifreund Schäuble sich darauf verständigt hätten, dass der Innenminister nach Brüssel geht. "Die Meldung (...) ist frei erfunden", sagte der Sprecher.

Merkel und Schäuble hätten über die Entsendung des Ministers nach Brüssel Einvernehmen erzielt, hatte das Blatt unter Berufung auf das Umfeld Merkels berichtet. Im Vergleich zu den zur Debatte stehenden CDU-Kandidaten Friedrich Merz, Peter Hintze oder Elmar Brok sei Schäuble am ehesten der SPD vermittelbar. Der Jurist komme für jede Aufgabe in Brüssel infrage.

Die Bundesregierung will die Entscheidung über den Posten eventuell erst nach der Bundestagswahl fällen. Der jetzige deutsche EU-Kommissar Günter Verheugen ist für das Ressort Unternehmen und Industrie verantwortlich. Der SPD-Politiker gibt seinen Posten in diesem Jahr nach zwei Amtszeiten auf. Nach dem Debakel für die Sozialdemokraten bei der Europawahl reklamiert die Union das Amt für sich.

Der CDU-Wirtschaftsrat wünscht sich den früheren Unions-Fraktionschef Merz als Verheugen-Nachfolger, weiß aber auch, dass die Chancen dafür schlecht stehen. Merz selbst hatte in einem Interview mit stern.de erklärt, es sei alles Unsinn, was ihm im Zusammenhang mit Brüssel unterstellt werde. Der Politiker, der im Präsidium des CDU-Wirtschaftsrates sitzt, will nicht mehr für den Bundestag kandidieren und sich voll auf seine Anwaltstätigkeit konzentrieren.

joe/AP/Reuters / AP / Reuters