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Flüchtlingskrise: CSU-Europapolitiker fordert mehr Zäune in Europa

Der CSU-Politiker Manfred Weber fordert eine strikte Überwachung der EU-Außengrenzen - und mehr Zäune gegen Flüchtlinge in Europa. Es gebe keine anderen Lösungen.

Ein Flüchtling lehnt an einem Gitter-Zaun und hält sich an den Stäben fest, mit Blick durch das Gitter hindurch in die Kamera.

Die CSU will Außengrenzen "sichern"

Der CSU-Politiker und Fraktionschef der Europäischen Volkspartei im Europa-Parlament Manfred Weber plädiert für eine striktere  Sicherung der EU-Außengrenzen gegen Flüchtlinge. "Es wird mehr Zäune geben müssen", sagte er der "Passauer Neuen Presse" vom Mittwoch. Es könne nicht sein, dass Hunderttausende Flüchtlinge teils völlig unkontrolliert quer durch Europa zögen. "Einige EU-Staaten machen schlicht nicht ihren Job, dass heißt, ihre Außengrenzen zu sichern und zu überwachen, wer da nach Europa kommt." Würden die Außengrenzen nicht wirkungsvoller gesichert, müsse "Europa das Kommando übernehmen und durchgreifen".

Weber sieht in Deutschland wie in Europa Grenzen der Aufnahmefähigkeit von Flüchtlingen. "Wir können in Europa nicht alle

 60 Millionen Menschen aufnehmen, die derzeit auf der Flucht sind", erklärte er.

Der umstrittene ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán, der sein Land mit seinem Zaun gegen den Flüchtlingszustrom aus Serbien und anderen Nachbarländern abschotten ließ, ist am Mittwoch Gast der CSU-Klausur in Kloster Banz. Wegen der Einladung hatte sich die CSU, auch vom Berliner Koalitionspartner SPD, heftige Kritik eingehandelt. Weber verteidigte dessen Besuch: "Viele andere kritisieren an Ungarn herum, können aber selbst keine Lösungen liefern." Orban mache weitgehend nur das, was ihm die Dublin- und Schengen-Regeln aufgeben. "Deshalb müssen wir mit ihm im Gespräch bleiben", sagte Weber. Aber er erinnere ihn bei Gesprächen auch daran, dass er mit Flüchtlingen human umgehen müsse.

jen / Reuters / DPA