VG-Wort Pixel

Aufnahme von Flüchtlingen Kretschmann sieht Deutschland an Belastungsgrenze


Der Zustrom an Schutzsuchenden nach Europa reißt nicht ab. Der baden-württembergische Ministerpräsident Kretschmann nimmt nun andere EU-Länder in die Pflicht, damit man gemeinsam die Herausforderungen bewältigen könne.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann sieht Grenzen bei der Aufnahme von Flüchtlingen in Deutschland. Weder Baden-Württemberg noch Deutschland könnten die steigende Zahl an Schutzsuchenden allein bewältigen, sagte der Grünen-Politiker am Donnerstag in einer Regierungserklärung im Stuttgarter Landtag. Es sei auf Dauer nicht tragbar, dass Deutschland und Schweden die Hälfte aller Flüchtlinge in der EU aufnähmen.

"Wer sich in Europa der Aufnahme von Flüchtlingen verweigert, der tritt die europäischen Werte mit Füßen, der handelt verantwortungslos, der riskiert ein Scheitern Europas", sagte der Regierungschef. "Ohne europäische Solidarität und ohne entschlossenes internationales Handeln werden wir eines Tages nicht mehr gefordert, sondern überfordert sein."

Kritik am Krisenmanagement der grün-roten Landesregierung wies Kretschmann zurück. Auf den dramatischen Anstieg der Flüchtlingszahlen sei niemand ausreichend vorbereitet gewesen - weder im Bund noch in den Ländern. In den Landeserstaufnahmestellen gebe es aktuell rund 23 500 Regelplätze für Flüchtlinge. Tatsächlich seien dort derzeit mehr als 32 000 Menschen untergebracht. "Wir alle arbeiten im Krisenmodus und auf Sicht."

lst/DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker