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Bewerberkarussel: Merz kandidiert für CDU-Vorsitz, spielt aber nur "auf Sieg und nicht auf Platz"

Es wurde erwartet, nun ist es ofiziell: Friedrich Merz drängt es zurück in hohe Parteiämter und kandidiert für den CDU-Vorsitz. Er stehe für "Aufbruch und Erneuerung" sagte er. Aber: "Ich spiele nur auf Sieg und nicht auf Platz."

Friedrich Merz

Der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz hat nun auch offiziell seine Kandidatur für den CDU-Vorsitz erklärt. Er habe sich nach reiflicher Überlegung entschlossen, beim Parteitag am 25. April anzutreten, sagte er in Berlin. "Ich stehe für Aufbruch und Erneuerung", sagte der 64-Jährige selbstbewusst und in Abgrenzung zu Armin Laschet, der zuvor seine Kandidatur erklärt hatte.

Auch Spahn und Röttgen wollen ran

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident sagte, er wolle, sollte er gewählt werden, Bundesgesundheitsminister Jens Spahn als seinen Stellvertreter an der Parteispitze vorschlagen. In der vergangenen Woche hatte schon der CDU-Außenpolitiker und ehemalige Umweltminister Norbert Röttgen seine Kandidatur für den Parteivorsitz angekündigt.

Friedrich Merz

Friedrich Merz bei Verkündung seiner Kanditatur für den CDU-Vorsitz

AFP

Mit den drei Bewerbungen steht fest, dass die CDU erneut in einer Kampfkandidatur über ihren Parteivorsitz entscheiden wird. Merz begrüßte, dass es nun "einen offenen Wettbewerb" gebe. "Das ist Demokratie." Der Wettstreit werde der Partei guttun, sagte er. Er selbst aber werde im Rennen um den CDU-Vorsitz "auf Sieg spielen, nicht auf Platz."

Verpasst Deutschland den Anschluss?

Merz sagte, Deutschland sei nicht gut vorbereitet auf die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Als Beispiele nannte er die Abhängigkeit Deutschlands in der Digitalisierung von ausländischen Anbietern. Auch die Energiepolitik hierzulande sei nicht zukunftsfähig. "Nur mit Sonnen- und Windstrom wird die Energiewende nicht klappen."

Norbert Röttgen

Mit Blick auf die rassistischen und rechtsextremistischen Anschläge in den vergangenen Monaten sagte er, das Problem des Rechtsradikalismus sei über viele Jahre "unterschätzt" worden. Zugleich wies er darauf hin, dass der Rechtsstaat insgesamt präsenter sein müsse, außerdem müssten im Zweifel auch die Außengrenzen Deutschlands gesichert werden.

nik/DPA