HOME

Gedenken an die Bombardierung: Dresdner ringen um die Erinnerung

Kurz vor dem Jahrestag der Bombardierung Dresdens am 13. und 14. Februar 1945 hadert die Stadt mit der Frage, wie eine richtige Erinnerung aussieht. Während die CDU "still gedenken" will, ruft eine Allianz aus Grünen und Linken zu einer Großdemo gegen Rechtsextreme auf.

Von Susanne Kailitz, Dresden

Sie hat die Bilder nie vergessen: Als Nora Lang am 14. Februar 1945 durch die Straßen ihrer Heimat lief, war nichts mehr wie zuvor. "Unser Haus gab es nicht mehr, überall stieg Rauch aus den Ruinen. Überall lagen tote Menschen." Dresden lag an diesem Morgen in Schutt und Asche, nach den schwersten Luftangriffen auf eine Stadt im Zweiten Weltkrieg hatten rund 25.000 Menschen ihr Leben verloren.

Nora Lang ist davon überzeugt, dass sie nur überlebte, weil sie gemeinsam mit ihrem kleinen Bruder den Schutzkeller verlassen hatte und durch die brennenden Straßen gelaufen war. "Von denen, die drin geblieben sind, hat es wohl keiner geschafft." Immer wieder kommen diese Erinnerungen in der 78-Jährigen hoch, auch abseits der Jahrestage. "Das ist immer wieder da, wenn es etwa in den Nachrichten um Krieg, Terror oder Gewalt geht." Die Berichterstattung über den Gaza-Krieg etwa in den letzten Wochen habe vieles wachgerufen. "Da fragt man sich immer wieder, wie Menschen anderen Menschen so etwas antun können und versteht es einfach nicht." Doch Lang will nicht bemitleidet werden, will nicht im Schmerz verharren. Auch in diesem Jahr wird sie wieder an den Dresdner Gedenkveranstaltungen teilnehmen und zur Demonstration der Initiative GehDenken gehen.

Das macht nun auch die Oberbürgermeisterin ihrer Stadt: Nach langem Hin und Her wird Helma Orosz am 14. Februar an der Demonstration des Bündnisses teilnehmen, das unter anderem vom DGB, der evangelischen Kirche und dem Zentralrat der Juden unterstützt wird. Es gebe, so lässt Orosz über ihren Sprecher ausrichten, "keinen Unfrieden" mehr mit dem Bündnis, auch wenn unterschiedliche Haltungen "zur Frage der Gedenkkultur" im Raum stünden. Auf der GehDenken-Abschlusskundgebung am 14. Februar wird neben Franz Müntefering (SPD) und Claudia Roth (Grüne) auch Gregor Gysi (Die Linke) sprechen - und eben diese Einbeziehung auch des linken Spektrums war Orosz und der Dresdner CDU bislang ein Dorn im Auge.

Keine Einmischung von außen

Die vermeintlich "mangelnde Abgrenzung" der Veranstalter zu "linken Chaoten" und der Verweis im Aufruf des Bündnisses, dass im Verlauf des deutschen Vernichtungskriegs zunächst Städte wie Rotterdam oder Coventry angegriffen wurden, bevor "Dresden im Zuge der Beendigung der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft bombardiert" worden sei, hatte den Chef der Dresdner CDU, Lars Rohwer, dazu gebracht, einige Erstunterzeichner des Aufrufs in Briefen dazu aufzufordern, ihre Unterstützung zu überdenken. Zu diesen Briefen stehe er nach wie vor, so Rohwer, denn er glaube, "dass da Leute unterschrieben haben, die nicht wissen, was in Dresden Stand der Erinnerung war". Die Dresdner würden ihre Geschichte kennen und wüssten seit "über 60 Jahren sehr genau, wie sie ihrer Geschichte zu gedenken haben" und benötigten dafür keine Einmischung von außen. Den ehemaligen sächsischen Ministerpräsidenten Kurt Biedenkopf scheint diese Argumentation überzeugt zu haben - er zog seine Unterschrift zurück.

Für die GehDenken-Veranstalter und Nora Lang ist das unverständlich. Denn am Dresdner Gedenken nehmen traditionell nicht nur Demokraten teil - vielmehr wurde die Stadt in den vergangenen Jahren jeweils zum 13. und 14. Februar zum Schauplatz der größten Neonazi-Demonstrationen Europas. Rund 4000 Rechtsextreme gedenken hier regelmäßig der Opfer des Angriffs, den sie als "alliierten Bombenterror" bezeichnen. Auch in diesem Jahr hat die "Junge Landsmannschaft Ostdeutschland" wieder eine Demonstration mit etwa 6000 Teilnehmern angekündigt.

"Nazi-Gedenkmärsche sind nicht in unserem Namen"

Zeitzeugin Lang wird sich ihnen entgegenstellen. Mit einem Transparent mit der Aufschrift "Nazi-Gedenkmärsche sind nicht in unserem Namen" möchte sie klarmachen, dass die Überlebenden sich nicht von rechts vereinnahmen lassen wollen. Als sie zum 50. Jahrestag der Bombardierung auf dem Heidefriedhof zum ersten Mal "dieses ganz andere Publikum" gesehen habe, sei sie erschocken und traurig gewesen. Heute sagt sie trocken: "Das ist eben Demokratie." Zu ihrem Demokratieverständnis gehöre es aber auch, gegen die Naziaufmärsche zu protestieren. Angst vor einem Aufeinandertreffen hat sie nicht: Immerhin 15.000 Bürger wollen die GehDenken-Organisatoren für ihre Demonstration auf die Straße holen. "Unter so vielen Menschen habe ich das Gefühl, ich bin mit meiner Haltung nicht allein."

Auch Annetta Kahane von der Amadeu Antonio Stiftung versteht das Bedürfnis einiger Dresdner nach stillem Gedenken. "Aber ich kann weder politisch noch emotional nachvollziehen, dass jemand ernsthaft glaubt, er könne sich von Nazis abgrenzen, indem er schweigt". Und für Friedemann Bringt vom Kulturbüro Sachsen gehört es zur Trauer um die Opfer, "dass die Angriffe auch kontextualisiert werden". Das möchte auch Nora Lang. "Wer still trauert, der bleibt daheim. Auf den Straßen sind doch die jungen Leute - und denen muss man sagen, wie es damals war." Viele Überlebende empfänden es als befreiend, ihre Geschichte zu erzählen - und die positive Resonanz der Jungen, die diese Geschichte hören wollten, bestärke sie darin. Nora Lang will verhindern, dass die Rechten das Schicksal der Opfer umdeuten. "Wer noch die Kraft hat, der muss dagegen etwas unternehmen."

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(