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Gendergerechtigkeit: "Vorsitzende" statt "Vorsitzender": Hannover führt geschlechtergerechte Sprache ein

Die Stadt Hannover hat eine neue Regelung zu geschlechtergerechter Sprache herausgegeben. Künftig sollen auch Personen, die sich weder als Mann noch als Frau sehen, angesprochen werden. Nicht alle sind von dem Vorstoß begeistert.

Symbol für Geschlechtergerechtigkeit

Die Stadt Hannover macht gendergerechte Sprache für ihre Mitarbeiter verpflichtend

Getty Images

In Sachen Gendergerechtigkeit macht die Stadt Hannover den nächsten Schritt. Künftig soll nach dem Willen der Stadtverwaltung nur "geschlechtergerechte Verwaltungssprache" verwendet werden. Ziel des von der Stadt herausgegebenen Empfehlungsschreibens ist es, eine Sprache zu implementieren, die der "Vielzahl geschlechtlicher Identitäten Rechnung trägt". Die neue Regelung gehe weiter als der "bisherige Ausgleich zwischen männlichen und weiblichen Formulierungen". Die neue Regelung ist für den gesamten Schriftverkehr der Verwaltung verbindlich und soll künftig in Emails, Broschüren, Presseartikeln oder Rechtstexten angewendet werden.

"Anita und Konrad Schulz" ersetzt "Herr und Frau Schulz"

Auf einem online veröffentlichten Flyer der Stadt werden zahlreiche Beispiele der geschlechtergerechten Sprache präsentiert. Darin heißt es etwa: "Durch die Nennung von Vor- und Nachnamen lässt sich die Anrede mit Herr und Frau vermeiden." So soll statt "Herr und Frau Schulz" besser "Anita und Konrad Schulz" benutzt werden. Aus "Rednerpult" soll "Redepult" werden, "Lehrer" werden künftig "Lehrende" genannt. Der sogenannte Genderstar "*" soll nur dann genutzt werden, wenn eine "geschlechtsumfassende Formulierung" nicht möglich ist. "Vielfalt ist unsere Stärke – diesen Grundgedanken des städtischen Leitbilds auch in unserer Verwaltungssprache zu implementieren, ist ein wichtiges Signal und ein weiterer Schritt, alle Menschen unabhängig von ihrem Geschlecht anzusprechen," erklärt Oberbürgermeister Stefan Schostok die neue Regelung. 

Stadt Hannover will mit geschlechtergerechter Sprache Gleichstellungsgrundsatz umsetzen

Wie es in der offiziellen Pressemitteilung weiter heißt, sei die neue Regelung auch mit Bezug auf die Unterzeichnung der Europäischen Charta für die Gleichstellung von Männern und Frauen auf lokaler Ebene entstanden. Darin hat sich die niedersächsische Landeshauptstadt verpflichtet, den Gleichstellungsgrundsatz umzusetzen. Die letzte Sprachregelung "Empfehlung für eine zeitgemäße, Frauen und Männer angemessen berücksichtigende Verwaltungssprache", die 2003 veröffentlicht wurde, wird durch die neue Regelung abgelöst. Die neuen Regel zu gendergerechter Sprache gelten ab sofort.

In den sozialen Medien wird die Ankündigung der Stadt Hannover kontrovers diskutiert. Sowohl auf den Social-Media-Kanälen von Onlinemedien, die über die neue Sprachregelung berichten, als auch auf den Social-Media-Accounts der Stadt selbst diskutieren User über die Sinnhaftigkeit der Änderung. So schreibt ein User auf der offiziellen Facebook-Seite der Stadt Hannover beispielsweise: "Mal wieder Steuergeld Verschwendung! Super... Und weiter in den Untergang." Ein anderer Facebook-Nutzer meldet sich so zu Wort: "Wer denkt sich so nen quatsch eigentlich aus?" Viele User zeigen sich aber auch begeistert und begrüßen die Entscheidung.

Die Stadtverwaltung hat heute eine neue "Empfehlung für eine geschlechtergerechte Verwaltungssprache" herausgegeben. Sie...

Gepostet von Landeshauptstadt Hannover am Freitag, 18. Januar 2019

In Deutschland wird seit Jahren über eine Anpassung der Sprache diskutiert. Insbesondere Personen, die sich nicht den klassischen Kategorien "Mann" und "Frau" zuordnen lassen (wollen), fühlen sich häufig diskriminiert. In Hannover könnte die neue Regelung das – zumindest im offiziellen Schriftverkehr mit der Stadt – nun beenden. 

Quellen: Pressemitteilung der Stadt Hannover / Facebookseite der Stadt Hannover 

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hh
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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.