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Große Koalition: Gabriel wird Superminister, Steinmeier feiert Comeback

Eigentlich sollte die Verteilung der Ministerposten in der Großen Koalition erst am Sonntag verkündet werden. Doch nach und nach sickern die Personalien durch.

Wie sieht die neue Bundesregierung aus? Nach den Plänen von CDU/CSU und SPD sollte diese Frage am Sonntag beantwortet werden, wenn der Ausgang des Mitgliederentscheides der Sozialdemokraten über eine Große Koalition feststeht. Doch Schweigen gehört nicht zu den großen Stärken von Politikern und so sind bereits etliche Personalien durchgesickert. Sechs Ministerposten soll die SPD immerhin bekommen, natürlich alles unter dem Vorbehalt eines positiven Ausgangs des SPD-Votums.

SPD-Chef Sigmar Gabriel, 54, soll als Vizekanzler und Superminister ein neues Wirtschafts- und Energieressort leiten und die Energiewende federführend gestalten. Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier, 57, übernimmt wie schon bei der letzten Großen Koalition das Außenministerium. Die bisherige Generalsekretärin Andrea Nahles, 43, wird Arbeitsministerin und SPD-Vize Manuela Schwesig, 39, Familienministerin.

Erstmals Wirtschaft und Umwelt bei einer Partei

Eine Überraschung ist, dass der saarländische SPD-Chef Heiko Maas, 47 - das einzige neue Gesicht der SPD auf Bundesebene - Justizminister werden soll und die Schatzmeisterin der Sozialdemokraten Barbara Hendricks, 61, das bisher von Peter Altmaier (CDU) geführte Umweltministerium übernimmt. Damit wären erstmals die Bereiche Wirtschaft und Umwelt in einer Koalition in den Händen einer Partei und die SPD hätte die gesamte Verantwortung für die Energiewende, was das Projekt vorantreiben könnte. In der schwarz-gelben Koalition hatte es oft bremsende Differenzen zwischen dem FDP-geführten Wirtschaftsministerium und dem CDU-geführten Umweltministerium gegeben.

Als Steinmeiers Nachfolger soll Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann Fraktionschef werden. Damit ist auch sicher, dass der CDU-Politiker Wolfgang Schäuble Bundesfinanzminister bleibt. "Bild.de" berichtet, die engere Parteiführung um Gabriel, die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und den Hamburger Bürgermeister Olaf Scholz hätten um Oppermann als Fraktionschef geworben. In einer großen Koalition müsse "eine starke und erfahrene Person" an der Spitze der Fraktion stehen, zitiert das Online-Portal ungenannte Quellen.

Die CDU wollte die Berichte über die Ressortverteilung nicht kommentieren. Die Unionsparteien wollen ihre Namen für die Kabinettsposten erst am Sonntagabend nach der Information des CDU-Präsidiums und des CSU-Vorstands bekanntgeben.

mad/DPA/AFP/Reuters / DPA / Reuters