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Großrazzia bei Neonazis NRW verbietet rechtsextreme Kameradschaften


Drei rechtsextreme Gruppierungen sind ab sofort Geschichte - zumindest auf dem Papier. Mit dem Schlag hofft NRWs Innenminister Jäger, "große Lücken in das Netzwerk der Neonazis zu reißen".

Der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger hat am Donnerstag drei rechtsextremistische Kameradschaften verboten. Über 900 Polizisten durchsuchten Vereinsheime und Wohnungen der Verdächtigen. "Wir reißen damit große Löcher in das Netzwerk der Neonazis", sagte Jäger am Morgen in Düsseldorf. Das Verbot betreffe die drei aktivsten Neonazigruppierungen in dem bevölkerungsreichsten Bundesland - den "Nationalen Widerstand Dortmund", die "Kameradschaft Hamm" und die "Kameradschaft Aachener Land". Die Gruppierungen seien ab sofort aufgelöst. Ihr Vermögen werde beschlagnahmt, ihr Besitz eingezogen und das Tragen ihrer Symbole verboten, teilte das Innenministerium mit. Festnahmen gab es zunächst keine.

Allein in der Region Aachen, Düren und Heinsberg durchsuchten nach Polizeiangaben mehr als 200 Beamte fast 50 Häuser oder Wohnungen. In Dortmund wurden der Polizei zufolge unter anderem Reizgaspistolen und Propagandamaterial gefunden. In Dortmund und Hamm hätten die Fahnder auch Vereinsheime durchsucht, im Raum Aachen seien es vor allem Wohnungen gewesen, sagte der Sprecher des Innenministeriums weiter. Der Schlag gegen die Gruppierungen sei über Monate vorbereitet worden. Laut der Aachener Polizei handelt es sich um den bislang "umfangreichsten Schlag gegen Rechtsextreme" in der Region.

Erst Mitte Mai hatte die Polizei nach einem Verbot des Kölner Vereins "Kameradschaft Walter Spangenberg" Wohnungen und Haftzellen von Mitgliedern der Organisation in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz durchsucht.

jwi/Reuters/DPA/AFP DPA Reuters

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