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Homberg: Die Bürgermeisterin des Bundestag-Hackers ist "stolz, dass es jemand war, der von hier kommt"

Ein 20-Jähriger aus dem hessischen Homberg veröffentlichte Ende Dezember tausende privater Daten von Prominenten. Einen Skandal kann die Bürgermeisterin von Homberg darin nicht erkennen. Vielmehr sei dies als Warnung zu verstehen.

Hackerangriff: Foto der Bürgermeisterin Claudia Blum

Es gehe bei dem Hackerangriff "ja nicht um Mord und Totschlag", sagte Hombergs Bürgermeisterin Claudia Blum

DPA

Nach der Festnahme eines Tatverdächtigen im Fall des massenhaften Diebstahls privater Daten von Politikern hat sich die Bürgermeisterin von dessen Heimatort Homberg zu Wort gemeldet. "Es gibt einen gewissen Stolz, dass es jemand war, der von hier kommt", sagte Claudia Blum (SPD) dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. 

Für sie sei der Vorfall kein Skandal, für den sich der Ort schämen müsse, sagte die Bürgermeisterin des Orts in Mittelhessen. "Es geht ja nicht um Mord und Totschlag." Vielmehr zeige der Angriff, was ein 20-Jähriger schaffen könne, urteilte Blume.

Hackerangriff betraf rund 1000 Menschen

Der mutmaßliche Täter habe der "Republik einen Spiegel vorgehalten". Der Vorfall solle alle wachrütteln, besser mit den eigenen Daten umzugehen. Der 20-jährige Schüler war am letzten Sonntag festgenommen und später wieder freigelassen worden. Er gestand nach Angaben der Ermittler das massenhafte Ausspähen von Daten und deren Verbreitung und gab an, aus Verärgerung über Äußerungen der Betroffenen gehandelt zu haben.

Betroffen waren rund 1000 Menschen, darunter zahlreiche Politiker. Meist ging es um reine Kontaktdaten, in 50 bis 60 schwereren Fällen aber auch etwa um private Chat-Verläufe.

km / AFP