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Eklat auf Mitgliederversammlung: Grünen-Politikerin über CDU-Mann: "Dieser rechte schwule Jens Spahn"

Mit einer Äußerung über CDU-Staatssekretär Jens Spahn sorgt die Grünen-Politikerin Helga Trüpel für Empörung. Ihre Entschuldigung empfindet die Union als halbherzig.

Die Bremer Grünen-Europaparlamentsabgeordnete Helga Trüpel bittet öffentlich um Entschuldigung für ihre Äußerung über den CDU-Staatssekretär Jens Spahn. Auf der Landesmitgliederversammlung in der Hansestadt hatte Trüpel mit Blick auf die schwierigen Sondierungsverhandlungen auf Bundesebene in einer Rede gesagt: "Wenn Merkel das nicht hinkriegt, dann ist sie weg. Und dann kommt dieser rechte schwule Jens Spahn vielleicht. Daran habe ich nun gar kein Interesse" So berichtet es unter anderem der "Weser-Kurier".

Spahn wird als einer der Kronprinzen Angela Merkels gehandelt und gilt als Vertreter des konservativen Flügels der CDU. Er outete sich einem "Spiegel"-Bericht zufolge im Jugendalter als homosexuell.

+++ Lesen Sie hier im stern ein Porträt über den CDU-Politiker: "Jens Spahn: Mission Kanzler" +++

In einem anschließenden Interview mit Radio Bremen ruderte die Grünen-Politikerin zurück. Sie habe eine unglückliche Formulierung gewählt und konkretisierte ihren Vorwurf: Wenn Spahn auf "dem Ticket" seiner Homosexualität "rechte Politik" gegen "eine offene Gesellschaft" mache, "dann kritisiere ich das". 

Helga Trüpel lässt Grünen-Mitgliedschaft ruhen

Auch auf ihrem Twitter-Account bemühte sich Trüpel um Klarstellung:


Der CDU reichten die Rechtfertigungsversuche der 59-Jährigen nicht. Der Landesvorsitzende Jörg Kastendiek warf der Europaparlamentarierin bei Radio Bremen "Intoleranz gegenüber anders denkenden und anders fühlenden Menschen" vor.

Als Konsequenz aus dem Vorfall kündigte Trüpel an, ihre Mitgliedschaft in der Partei vorerst ruhen zu lassen. Ihr Brüsseler Mandat will sie jedoch weiter wahrnehmen.


In einem Schreiben an Parteikollegen hatte sie sich über mangelnde Rückendeckung beklagt: "Auch wenn Kränkbarkeit zur Professionalität einer Politikerin gehört, gibt es dafür für mich persönliche Grenzen, die jetzt nach 30 Jahren grüner Politik überschritten sind", heißt es darin laut Radio Bremen.

Jens Spahn äußerte sich nicht

Der Vorstandssprecher der Bremer Grünen, Ralph Saxe, bedauerte ihre Entscheidung: "Ich habe die Entschuldigung angenommen", sagte er der Nachrichtenagentur DPA. Es sei völlig abwegig, Trüpel Homophobie vorzuwerfen. "Wir schätzen Helga sehr und wünschen uns, dass sie ein aktiver und nicht ein ruhender Teil unseres Landesverbandes ist."

Jens Spahn selbst äußerte sich noch nicht öffentlich zu den Äußerungen Trüpels. Er hat in der Vergangenheit mehrfach deutlich gemacht, dass er sein Privatleben aus der Politik heraushalten will.

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