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Rechtsstreit um Bestseller: "Kohl-Protokolle" - Altkanzler verlangt fünf Millionen Schadensersatz

Die Verbreitung des Buches hat er bereits gerichtlich untersagen lassen. Nun fordert Altkanzler Helmut Kohl von den Autoren und dem Verlag des Bestsellers "Die Kohl-Protokolle" auch Schadensersatz.

Das Buchcover des Bestsellers "Vermächtnis. Die Kohl-Protokolle"

Die "Kohl-Protokolle" waren ein Bestseller, ehe Altkanzler Helmut Kohl vor Gericht den Stopp des Verkaufs erreichte. Nun will er von Autoren und Verlag auch noch Schadensersatz

Der Rechtsstreit um den Bestseller "Vermächtnis. Die Kohl-Protokolle" geht in die nächste Runde. Nachdem der Altkanzler bereits im Mai vor Gericht Erfolg hatte und die weitere Verbreitung des Buches verboten wurde, verlangt Helmut Kohl nun von den Autoren Heribert Schwan und Tilman Jens sowie dem Verlag Schadensersatz. Wie "Spiegel online" berichtet, soll sich die Forderung auf mindestens fünf Millionen Euro belaufen.

Die Nachrichtenseite zitiert aus einem Schreiben der Anwälte Kohls. Demzufolge werden zu den fünf Millionen zusätzlich "Zinsen in Höhe von fünf Prozentpunkten über dem jeweiligen Basiszinssatz seit Rechtshängigkeit" verlangt. Sollte die Klage in dieser Höhe Erfolg haben, wäre das Rekord für eine von einem deutschen Gericht verhängte Summe. Der Justitiar der Verlgasgruppe Random House hält die Forderung laut "Spiegel online" für "nicht seriös".

Verhältnis zu Weggefährten beschädigt

Der Streit geht im Kern darum, dass Kohls Ex-Biograf Heribert Schwan und sein Co-Autor in den Jahren 2001 und 2002 Mitschnitte und Protokolle von Gesprächen angefertigt hatten, die dem Verfassen der Memoiren Kohls dienen sollten. Neben den veröffentlichten Passagen hatte es auch zahlreiche, oft harte Zitate gegeben, die laut Kohl nicht freigegeben waren. Diese bildeten die Grundlage für die zunächst sehr erfolgreichen "Kohl-Protokolle". Der Altkanzler begründet dem Bericht zufolge seine Schadensersatzansprüche damit, dass viele veröffentlichte Zitate "partei- und regierungsschädigende Auswirkungen" gehabt sowie sein politisches Lebenswerk und das Verhältnis zu langjährigen Weggefährten beschädigt hätten. Im März 2009 hatte Kohl die Zusammenarbeit mit den Autoren aufgekündigt.