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Peinlicher Tweet der CDU-Politikerin: Wie Erika Steinbach den Tod von Helmut Schmidt missbraucht

Mit einem beschämenden Tweet zum Tod von Helmut Schmidt hat sich Erika Steinbach bis auf die Knochen blamiert. Sie nutzt ein Zitat des Altkanzlers, um Stimmung gegen Flüchtlinge zu machen.

Erika Steinbach brachte zum Tod von Helmut Schmidt einen peinlichen Tweet

Expertin für Entgleisungen: Erika Steinbach hat oft krude Ansichten und ist verbal ausfallend

Erika Steinbach ist eine streitbare Frau, die sich Zeit ihres politischen Lebens Gehör verschafft hat – und wie. Das Rezept der CDU-Bundestagsabgeordneten: Möglichst peinliche, bösartige oder wirre Aussagen machen, um ihre stramm rechten Aufassungen unter die Leute zu bringen. Anlässlich des Todes von Altbundeskanzler Helmut Schmidt twitterte die frühere Präsidentin des Bundes der Vertriebenen am Dienstagnachmittag, dass die CDU-Fraktion in ihrer Sitzung Schmidt "mit Respekt" gedacht habe. Dazu stellte sie ein Zitat des Altkanzlers, das er 1981 auf einer Veranstaltung des Deutschen Gewerkschaftsbundes gesagt hat: "Wir können nicht mehr Ausländer verdauen, das gibt Mord und Totschlag."

Auf Twitter erhielt Steinbach, die in der CDU-Bundestagsfraktion für das Thema Menschenrechte zuständig ist, prompt reichlich Gegenwind. Ihr Ziel ist klar: Steinbach nutzt den Tod Schmidts, um in der aktuellen Flüchtlingsdiskussion Stimmung zu machen mit einem Zitat, das in der Tat peinlich ist. Hier schlug die berühmt-berüchtigte Schmidt-Schnauze zu. Das berichtete unter anderem Schmidt-Biograf Theo Sommer in seinem 2010 erschienenen Buch "Unser Schmidt: Der Staatsmann und der Publizist".


Laut "Spiegel Online" lieferte Schmidt später auf einem SPD-Parteitag die Begründung für seine Aussage: "Es gibt so eine unterschwellige Neigung bei Millionen Bürgern, auch Arbeitnehmern, den Ausländern für alles die Schuld zu geben" - wie einst den Juden, erklärte Schmidt. "Lasst uns das um Gottes Willen nicht mitmachen", zitiert die Online-Seite aus der Biografie.

Es ist nicht die erste Entgleisung der 72-jährigen Steinbach. Vor fünf Jahren beleidigte Steinbach den Deutschland-Beauftragten der polnischen Regierung, Wadislaw Bartoszewski, übel. Er habe "einen schlechten Charakter". Dazu muss man wissen, dass Bartoszewski ein ehemaliger KZ-Häftling war. Später entschuldigte sich Steinbach für die Entgleisung. Klug ist sie daraus nicht geworden. Vor wenigen Monaten nannte sie die NSDAP auf Twitter eine "linke Partei". Und vor zwei Jahren behauptete sie, dass Polen bereits militärisch aufgerüstet hatte, bevor die Deutschen 1939 in das Land einfielen. Das sagt einiges über die Frau aus.



Kanzler-Legende: Helmut Schmidt - ein politisches Leben in Bildern
Helmut Heinrich Waldemar Schmidt (Bildmitte) mit seinen Eltern im Jahr 1924. Er wurde am 23. Dezember 1918 in Hamburg-Barmbek geboren.

Helmut Heinrich Waldemar Schmidt (Bildmitte) mit seinen Eltern im Jahr 1924. Er wurde am 23. Dezember 1918 in Hamburg-Barmbek geboren.


Tim Schulze