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Höhere Ärztehonorare: Neue Verhandlungsrunde mit Kassen ergebnislos

Der Konflikt um höhere Ärztehonorare gärt weiter: Auch eine neue Verhandlungsrunde am Donnerstag brachte kein Ergebnis. Jetzt setzen alle Beteiligten auf den nächsten Durchgang in der kommenden Woche.

Die Honorarverhandlungen für die rund 150.000 Kassenärzte sind ohne Ergebnis vertagt worden. Angesichts der weit auseinanderliegenden Positionen kamen sich die Vertreter von Krankenkassen und Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) am Donnerstag in Berlin erwartungsgemäß nicht näher. Die Gespräche sollen nun am Dienstag kommender Woche unter Leitung eines neutralen Vorsitzenden fortgesetzt werden.

Die Kassen haben bislang ein Honorarplus von etwa 900 Millionen Euro angeboten. Die KBV verlangt mit etwa 3,5 Milliarden Euro aber fast das Vierfache. "Auch wenn heute noch kein Ergebnis vorliegt, sind wir davon überzeugt, dass eine gute und faire Lösung am kommenden Dienstag möglich ist", sagte Ann Marini vom Spitzenverband der Krankenkassen.

Für den 10. Oktober haben Ärzteverbände bundesweit neue Proteste vor Geschäftsstellen von Krankenkassen an bislang 19 Orten angekündigt. Derzeit sind die Proteste ausgesetzt.

Durchschnittlich 5.442 Euro für Kassenärzte

Der Präsident des Sozialverbandes SoVD, Adolf Bauer, sagte, die Patienten dürften nicht länger Spielball im Konflikt zwischen Ärzten und Kassen sein. "Krankenkassen und Ärzte müssen einen Ausweg finden und die nächste Eskalationsstufe abwenden", forderte er. Das Angebot der Kassen könne eine "solide Grundlage für eine Einigung" sein.

In der ersten Runde der Verhandlungen war eine Erhöhung der Preise für die ärztlichen Leistungen um 270 Millionen Euro festgesetzt worden. Dabei wurde die KBV im Erweiterten Bewertungsausschuss von den Kassen und einem unparteiischen Vorsitzenden überstimmt. Derzeit wird noch über die zu erwartenden Menge dieser Leistungen verhandelt.

Das monatliche Nettoeinkommen der Kassenärzte von gesetzlichen und privaten Kassen beträgt laut KBV nach jüngsten Zahlen durchschnittlich 5.442 Euro. Doch klafft die Spanne weit auseinander: Einem Allgemeinmediziner blieben demnach 5.018 Euro pro Monat, einem Orthopäden 6.344 Euro, einem Psychotherapeuten dagegen nur 2.658 Euro.

Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung für die vertragsärztliche Vergütung stiegen laut Bundesgesundheitsministerium von 33 Milliarden Euro 2010 auf 33,7 Milliarden im vergangenen Jahr.

jat/DPA / DPA